Aus der wunderbaren Kladde...

...der Paganini´s


Boncuk, der Kater, beim Spiel mit dem Schokohasen


"Die Wollust des Tötens will gelernt sein. Es war ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein großer Schritt aber war es für mich. Und mit dem kleinen Schritt ist alles zu entschuldigen gewesen.
Ein ganz kleiner Schritt, gemessen an der Geschichte der mordenden, sich metzelnden Menschheit der Jahrhunderte.
Und dennoch: Ein großer, ein wahrhaft gewaltiger Schritt ist es noch immer für mich. 
Es hat Zeiten gedauert, bis ich nicht mehr an mir zweifelte. Und auch da noch wusste ich, dass ich über eine Grenze gegangen bin, die einer Schuld gleich kam. Das Wissen aber hatte keine Berührungs- und Verführungs-Kraft mehr in sich. Das Wissen um Schuld war nichts anderes, als das intellektuell vermittelbare Wissen um die Werte menschlicher Gesellschaften.
Nun bin ich in der Nervenheilanstalt und warte auf meine Entlassung.
Von den Morden weiß hier niemand Bescheid.
Ich wurde eingeliefert, nachdem ich nach fünf schlaflosen Nächten, wach gehalten von einer Mischung aus dröhnender Musik, alkoholischen Getränken und Tabletten, bewusstlos und eingenässt, vor einem Lokal liegend, aufgefunden worden bin. Mein Hemd war verschmiert von dem Erbrochenen meines letzten Fast-Food und ich stank nach meiner eigenen Pisse. 
Mir ist das egal. Nach mir die Sintflut. Hier drinnen ist mir alles wurst.
Hauptsache Keiner weiß um mein Geheimnis. Denn das wäre das Ende. Das Ende meines eigentlichen Seins..."
(Notizen zu einem "Protokoll" aus "Menschenlichter im Tollhaus", Teil II)




Aus der angedachten Geschichte eines Mörders und seiner (nicht mordenden) Frau. 

Frohe Ostern!

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