Paganini´s...

Motto von Paganini, dem Kater:
"Es lebe die totale Subjektivität des Feuilleton!"

Redaktion: www.paganinisberlin.de

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Freitag, 30. Mai 2014

TickTack...

...TakTik!









TickTack-TakTik! So nennt Luise die Hoffnung, dass sich das mühsame Geschäft, mit ihrer Esoterik- und Lebensberatung, irgendwann auszahlen wird. Mit ihr hoffen das auch „Lars und Lars“, Kleinkunst-Helden aus Berlin, die ihrerseits in den Marketing-Strategien der konsumorientierten Esoterik-Maschinerie, ein Vorbild zu finden glauben. Auch Luises Background ist kreativ, aber pekuniär erfolglos. Das moderne „Prekariat“ kämpft ums Überleben, benutzt fragwürdige Taktiken und streift in dem vorliegenden Buch, das Leben der Schönen und Reichen. Und doch erwächst aus dem Chaos verschwimmender Identitäten ein gewisser Sinn! Ein Berliner Schelmen-Roman, aus dem Künstler- und Esoterik-Milieu der Hauptstadt.




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Mittwoch, 28. Mai 2014

Kapitel No. 3



Gustav Klimt

III

Und dieses Heute ist dieser Morgen, ein Morgen, an dem sie, die Eine und nicht die Andere, mit einem Gedicht-Titel hinter der Stirn erwacht, den sie heute Abend schreiben wird: „TickTack-TakTik“! Sie räkelt sich und sie streckt sich und wirft alles Böse mit dem Schütteln der Haare hinter sich und gibt ihm, ihrem noch schlafenden Mann, einen Kuss auf die unbedeckte, muskulöse Männerschulter. Ich glaube, nun fängt es langsam an, sich auszuzahlen, flüstert sie in dieser Stimmlage, die gemeinhin als „verschwörerisch“ bezeichnet wird. Ticktack, die Uhr tickt für sie. Heute Morgen tickt die Uhr für sie, also einige Wochen, nach diesem Tag vor zweieinhalb Jahren, an dem sie alles satt gewesen ist. Die Uhr tickt jetzt. In diesem Moment. Ticktackticktackticktack! Nur für sie tickt die Uhr. Nur für sie beginnt eine neue Zeit. Nur für sie arbeitet die Zeit. Ab Jetzt. Mit diesem Augenblick. Heute fängt Alles an. Ab Heute zahlt es sich aus. Das fühlt sie. Das spürt sie. Und dafür gibt es nun auch Beweise. Beweise, die sich zunächst, wie eine Ahnung nur, in ihr Dasein geschlichen haben. Beweise, die immer deutlicher, zu klaren Hinweisen werden. Und Beweise, die nun summa summarum als Beweise Hinweise sind, dass die Zeitenwende Einkehr hält, in ihr Sein und sich alles lohnen wird. Die Zeit der Armut flieht vor einer Zeit, die noch nicht golden genannt werden darf, aber Hoffnung in sich trägt. Hoffnung auf Geld. Hoffnung auf Mehr. Hoffnung auf Genug. Wenigstens. Wenn nicht noch Mehr. Diese Hoffnung trägt sie bereits seit einem Jahr, vor diesem Tag, vor zweieinhalb Jahren, durch die Zeit. Trägt sie über Klippen und Qualen. Und trägt den Mann, den noch immer Schlafenden, geduldig mit. Nun scheint es so weit zu sein. Nun gibt es Beweise. Ticktack im neuen Takt! Endlich zahlt es sich aus. Das Leben, das sie so satt ist, wird ein Leichtes sein. Zumindest: Das Leben, das sie so satt ist, wird leichter sein. Der schlafende Mann bewegt fahrig, wie ein Sterbender, seine Hände diffus in Richtung seiner nackten Schulter und fuchtelt ihre Küsse davon. Hinweg, hinweg, ihr Plagen des Morgens, ich will noch Schlaf! Ja, schlaf du nur, oh, schlaf du noch, mein Du, mein Alles, mein Sein! Singt ihre Seele dazu und mit einem Lächeln auf den noch ungeschminkten Lippen, erhebt sich ihr ephebenhaft schlanker Körper, aus den nach Nacht riechenden Kissen. Ihre Füße schweben über die derben Dielen, als seien es die Füße einer Botticelli-Nymphe. Im Bad streifen ihre Augen das blaue Handtuch, die blaue Zahnbürste, den Flakon mit After Shave. Er wohnt bei ihr. Heute, an diesem Tag. Also Jetzt. Also für immer. Er wohnt bei ihr, seit einem halben Jahr, vor diesem Tag, vor zweieinhalb Jahren. An diesem Tag, einem bestimmten Tag, vor diesem Tag, vor zweieinhalb Jahren, ist er zu ihr gekommen. Er ist gekommen und er ist geblieben. An diesem einen, bestimmten Tag hat er gesagt, ich bleibe. An diesem Tag ist er geblieben. An diesem Tag hat er seine Wohnung gekündigt. Seit diesem Tag ist er für Immer bei ihr. Zwei Wochen vor diesem Tag, ist sie  in diese Wohnung gezogen. Altbau. Zwei Zimmer. Badewanne. Also Luxus! An diesem Tag hat sie nur gehofft und noch nicht gewusst. An diesem Tag hat sie eine größere Wohnung riskiert. In der Hoffnung, dass dieser Tag kommt, an dem die Uhr anders tickt und es sich auszahlen wird. Und Heute ist das Hoffen Gewissheit. Es gibt Beweise. Die Uhr tickt für sie. Es lohnt. Sie sitzt nun erwartungsvoll am Küchentisch, der Kaffee duftet, die Zigarette brennt. Frühstück. Ihre kupferrot gefärbten Locken umrahmen wild ihr Gesicht. Sie ist dem Kuss entstiegen. Dem Kuss von Klimt. Ihren weißen Körper hat sie in eine schwarze Hose aus Samt, ein blaues Shirt und ein schwarzes Jäckchen, wie ein Wams, so ein Jäckchen, gesteckt. Ihre Standart-Kleidung ist das. Sie liebt sie. Sie liebt sich darin. La Boheme. Sie hat drei Jäckchen, wie ein Wams, aus schwarzem Samt und drei Hosen, fließend und weit, aus Samt in schwarz. Und Blusen und Shirts und Schals und Tücher, in satten Farben und Stiefeletten, in schwarz. Das reicht! Das ist sie! Das ist richtig! Das wird auch so bleiben! Denkt sie. In diesem Moment, also Jetzt. Es soll leichter werden. Der Rest soll so bleiben. Wie Heute. Also Jetzt. Also immer. Ein für alle Mal. Und so sitzt sie an diesem Morgen, also Heute, am Küchentisch, trinkt ihren Kaffee mit Milch und Zucker und zieht genüsslich an der Zigarette. Sie zieht an der Zigarette, weil Anspannung ihr Leben begleitet. Seit langem schon. Lange vor diesem Tag, vor zweieinhalb Jahren, hat sie dieses Gefühl erstmals als Anspannung bezeichnet und lange davor, genau so gefühlt. Die Gründe für dieses Grundgefühl sind vielseitig und jährlich differierend. Heute ist es die Anspannung aus reiner Nervosität heraus. Nervosität, vor all dem, was der Tag mit sich bringen wird. Ob auch Heute, an diesem Tag, Beweise zu erkennen sein werden. Beweise dafür, dass sich die Mühen auszuzahlen beginnen. Noch sind die Beweise zu spärlich gewesen, wenngleich unübersehbar. Aber doch eben zu unzuverlässig, um ihr das Grundgefühl der Anspannung wirklich austreiben zu können. So zündet sie sich also erneut eine Zigarette an und lässt einen weiteren Kaffee mit Crema aus der Kaffeepad-Maschine in die Tasse spritzen. Ja, eine silberfarbene Kaffeepad-Maschine gehört seit einer Woche, nach jenem Tag, vor zweieinhalb Jahren, zu ihrem Leben. Die Pad-Maschine zeugt vom Wandel der Zeiten. Von der fleckigen Filter-Maschine hin zum Luxus aus Küchen-Design. Luise, das brauchen wir nicht unbedingt! Das hatte ihr Mann, ihr noch schlafendes Du, in ihr vor Aufregung gerötetes Ohr, gestöhnt. Oh doch, Lars Dietrich, hatte sie geantwortet, das haben nun wirklich mittlerweile Alle!  Alle und ein Jeder hatten Pad-Maschinen, die funkelten, um die Wette mit ihrer Konkurrenz funkelten, aus deren diversen Röhrchen und Schläuchen es sprudelte und schäumte und spritzte, dass es eine morgendliche Wonne war. Der Kaffee hat immer geschmeckt, sagt Lars Dietrich, ihr noch schlafender Mann, gerade in seinem Traum zu sich selbst. In seinem Halbschlaf- oder Halbwach-Traum. Zarter und doch starker Kaffee-Duft mit sinnlicher Note, hat seine sensiblen Nasenflügel vibrieren gemacht, Heute, an diesem Morgen. Nun ruft ihn der Geruch in den Tag hinein. Der nicht ihm, sondern ihr gehören soll. Ihr! Nicht ihm! Noch eine Prise Schlaf! Seufzt die Männerbrust. Eine Männerbrust, die auf ihren Wunsch hin, ihren eindringlichen Wunsch wohlgemerkt, unrasiert und somit beflust, dem Tag, die verletzbare Blöße präsentiert. Sie liebt diese Männerbrust. Diese Brust, nicht allein, aber auch, ist es, die ihr das Gefühl seiner vermeintlichen Stärke, in nahezu jedem Augenblick ihres gemeinsamen Lebens, vermittelt. Eine Brust wie Keine! Denkt sie. Das denkt sie immer, nur nicht dann, wenn sie einen dieser Tage hat, an dem sie alles satt ist. An diesem Morgen, also Heute, ist dieser Überdruss ganz tief drinnen versteckt. Aber nicht spürbar. Nicht Heute, an diesem Morgen, also Jetzt. Wo alles so bleiben soll, für immer, wie es immer gewesen ist, seit dem Tag, an dem Lars Dietrich gesagt hat, ich bleibe. Heute. Für immer. Drei Jahre vor diesem Tag, vor zweieinhalb Jahren, also Heute, hat sie ihn kennengelernt. Der Arbeitsplatz ist in der Hierarchie der möglichen Anbahnungsstätten ganz oben. Platz Eins oder so. Das weiß sie inzwischen. Und so haben auch sie Beide sich an ihrem Arbeitsplatz kennengelernt. Es hat halt einfach sofort Zack gemacht, sagt ihr Mann Heute. Ja, denkt sie, es hat Zack gemacht und dann ging es doch zunächst einmal sehr schleppend weiter. Aber immerhin, es hat ja bei Beiden Zack gemacht. Damals. An ihrem Arbeitsplatz. Einer Kleinkunstbühne in Neukölln. Damals fing es gerade an, dass die Gentrifizierung auch an diesem Bezirk nicht spurlos vorüberging. Und so kam es, dass an diesem Abend, drei Jahre vor diesem Tag, vor zweieinhalb Jahren, also Heute, ein Kabarettist auf dieser Spielstätte präsentiert wurde. Einer, der bereits in nobleren Bezirken und größeren Bühnen, seinen politisch unkorrekten Humor in den Äther, über den Köpfen des durchweg amüsierten Publikums, entließ. Und sie ist an diesem Abend von ihrer Zeitung und er ist von seiner Zeitung geschickt worden. Weil sie Beide, für ihre jeweilige Zeitung, im Feuilleton als freie Mitarbeiter geschrieben haben und natürlich Beide auch so gut wie nichts damit verdienen konnten. Aber die Ehre! Die ist ja bis Heute, also Heute, nicht zu verachten! Und so hat es dann Zack gemacht, bei ihnen Beiden. Und sie war sehr schnell eine, mit weißer Haut und roten Haaren, Liebende und er war sehr lange schweißgebadet vor Angst. Oha, hat er sich gesagt. Die will mich ganz. Und deshalb ging es, in dieser mehrjährigen Anfangsphase, doch recht betulich zu. Oder genauer, nicht betulich, wenn es zu einem Treffen gekommen ist. Aber betulich, bis es zu einem Treffen kam. Lars Dietrich hatte einfach viel zu viel um die Ohren. Viel zu viel. Das hat er Heute auch. Also jetzt, an diesem Morgen, wenige Wochen nach jenem Tag, vor zweieinhalb Jahren. Viel um die Ohren. Denn in ihm hämmert noch immer die Vertonung von „Küsse auf der Haut“! Und sie erwartet nicht, dass er wach ist, bevor sie sich in ihr Arbeitszimmer an einem, mittlerweile imposanten, Schreibtisch platziert hat. Ohne Zigarette immerhin. Denn wenn die Arbeit ruft, raucht sie nicht! So viel Respekt muss sein! Sagt sie sich. Und sie meint es auch so, wie sie es sich sagt. So viel Respekt muss sein. Und dann geht es los. Richtig los gegangen ist es vor einem Jahr, vor diesem Tag, vor zweieinhalb Jahren. Da hat sie sich gesagt, Ende Neu, alles auf Schluss und Alles auf Anfang. Schluss ist die Zeitung gewesen. Nein, nicht mehr schreiben für 50 Euro. Ein Artikel, Recherche, Außendienst, Interview, Spesen, Fahrzeit inklusive, wohlgemerkt, mittlerweile wäre noch das Foto mit der Digi-Cam als all-inclusive-Paket erwünscht gewesen. Und sie hat Nein gesagt! Nein! Genug der Ehre! Ich verhungere! Und mit Lars Dietrich geht es auch nicht weiter! Ich muss was Neues probieren! Und so hat sie probiert. Und langsam zahlt es sich aus. Heute gibt es jedenfalls Beweise. So einige Beweise dafür! Und Lars Dietrich wohnt auch bei ihr! Ja, es geht bergauf! Und so wartet sie auf das, was heute kommen könnte. Wartet, dass ihr Telefon bimmelt, wartet, dass sich die Beweise mehren. Sie muss heute nicht lange warten. Es bimmelt und bimmelt und bimmelt ohne Unterlass. Und dennoch liegt der Beweis in ihrem Fall, und das ist das Faktum, das sie mit Stolz erfüllt und als Beweis wertet, nicht in erster Linie in der Quantität. Nein, es liegt in der Qualität. Im Anrufer selbst, sozusagen. Und der hat Niveau. Oder Geld. Oder Beides. Oder nur Geld. Aber Qualität. Lebensqualität. Oder auch nicht. Und dann gibt es sie. Und sie ist ein Teil des Luxus von einem Anderen. Das ist neu für sie. Das macht sie neugierig. Und hoffnungsvoll! Lars Dietrich wird vom Mittag geweckt. Er stöhnt nun nicht mehr, Weg frei, Küche frei, Bad frei! Er ist der Künstler. Er ist der genialische Part einer funktionablen Einheit. Er darf sein! Darf so sein, wie er ist! Du bist genau so richtig, wie Du bist! Hat sie zu ihm gesagt, an vielen Tagen, vor und nach diesem Tag, vor zweieinhalb Jahren. Also auch Heute. So sein. Wie. Du. Bist. So-Sein. Existenz. Reines Sein. Kamasutra. Rauf und Runter. Tantra auch. Lars Dietrich eben! Alles gut! Für ihn. Für sie. Für Heute. Sie ist beschäftigt, am heutigen Tag. Er darf sich beschäftigen, wie  sein Metier das von ihm verlangt. Er ist Musiker. Klavier, Gitarre, Akkordeon und Saxophon. Und Poet ist er auch. Poet und Musiker. Richtig fein mit Hochschule. Ein ganz Begabter. Ein ganz Besonderer. So sensibel. So melodisch. So metaphorisch. So melancholisch. So mutwillig. Findet Luise. Lars Dietrich ist manchmal solo unterwegs. Und Lars Dietrich ist manchmal als Lars und Lars unterwegs. Je nachdem. Mal so, mal so. Mal mehr, mal weniger. Je nach Umstand. Und die Umstände sind nicht gut. Lars ist der beste Freund von Lars Dietrich. Mein wahrer Bruder des Herzens. Sagt er. Lars Dietrich ist der Schöne von Beiden. Schwarze, gelglatte Haare, manchmal aufgemaltes Clark Gable-Bärtchen, hochgewachsen. Ein Mann wie ein Mann. Mit haselnussbraunen Augen. Er trägt Anzüge, Hut und bunte Hemden. Er ist eloquent, humorvoll und gebildet. Ein elegant schlenderndes Bühnentier. Wenn er auf die Bühne darf. Wenn nicht, ist er das auch. Ohne Bühne. Ein Dichter, Denker und Musiker eben. Lars dagegen ist nicht schön. Dünn, klein, straßenköterbraune Haare ohne Frisur. Graue Augen. Zynischer Mund. Auf Letzteren ist er sehr stolz. Ein gewisser Zug um den Mund, gibt ihm etwas Sezierendes, Brisantes und Intellektuelles. Er spielt Klavier und singt, beziehungsweise rezitiert, in sonderbarem Stakkato, seine Betroffenheitslyrik. Ja, es sind Lieder, die betroffen machen und Alle und Jeden betreffen. Songs über Natur, das Gemeine in der Gesellschaft und das Böse im Menschen. Zur Auflockerung gibt es dann Lars Dietrich. Und wenn Lars solo unterwegs ist, dann gibt es seine Erfindung und Spezialität: Den Raver-Step. Step-Tanz zu stampfenden Tönen, mit Lars zuckenden Gliedern. Das ist very hyper! Sagt Luise. Luise ist Lars ein Dorn im Auge. Ein Dorn im Fleische ist er auch. Und ein Dorn im Herzen der Dame. Lars Dietrich ist ihr Mann. Und Lars ignoriert das. Seine Freundschaft nimmt Lars Dietrich in Besitz. Seine Freundschaft tut Lars Dietrich nicht gut! So denkt sie. Lars Dietrich ist in dieser Hinsicht naiv! Denkt sie auch. Lars Dietrich sieht in seiner Freundschaft zu Lars ein Geschenk. Ein großes, schönes Geschenk. Ein einzigartiges Geschenk des Himmels. Eine Quelle der Inspiration und gegenseitigen Befruchtung. Eine schier grenzenlos  scheinende Bereicherung durch viele, wunderbare, gemeinsame Künstler-Jahre hindurch. Lars und Lars sind unzertrennlich. Zwei, die sich herrlich ergänzen. Zwei, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zwei, die eine Einheit sind. Und Luise weiß an dieser Stelle argumentativ nicht weiter. Muss ein Mann, fragt sie sich, nicht genau so über seine Frau sprechen? Und an dieser Stelle des Gedankenkreisels, will sie dann nicht mehr weiterdenken. Sie muss akzeptieren. Alles ist, wie es ist! Und was ist, ist nie Zufall! Und so ist, was ist, immer gut! So weiß sie inzwischen. So weiß sie, seit sie ihre künstlerischen Ambitionen weitestgehend an Lars Dietrich delegiert hat. So weiß sie, seit sie als Life-Coach arbeitet. So weiß sie, seit sie sich in diversen Instituten der Heilpraktischen Psychotherapie und Instituten der Esoterik weiterbildet. So weiß sie nun. Also auch Heute. Wenige Wochen, nach jenem Tag, vor zweieinhalb Jahren. Also Jetzt. In diesem Moment. Hypnospeak. Jaha! Sie liebt neuerdings Hypnospeak und freut sich daran, Lars und Lars damit zu necken. Zu nerven. Zu provozieren. Tut es! Jetzt! In diesem Moment! Flüstert sie über den Köpfen der Männer. Ohne Ortungsmöglichkeit ist diese Stimme. Sich tief in die Seele und ins Unterbewusstsein fräsend. Gegenwehr gibt es nicht. Das zur Stimme gewordene Weib zeigt seine Macht. Tut es! Jetzt! Oder nie, nie mehr! Und dann stimmt sie ihr gurrendes Lachen an und die Männer fühlen sich furchtbar! Furchtbar durchschaut! Und furchtbar gedemütigt! Jetzt! Oder Nie! So waren sie nicht. So sind sie nicht. So werden sie nicht. Sie sind nicht absolut. Wie Luise. Sie sind nicht ambitioniert. Wie Luise. Sie sind nur Genies. Um den Lorbeer geht es nicht. Und so haben sie Zeit. Viel, viel Zeit. Jetzt oder Nie! Dazwischen liegt ihr Leben. Dazwischen liegt ihre Zeit! Und die verbringen die Männer sehr, sehr gerne gemeinsam. Und Luise ist ja beschäftigt. Sehr beschäftigt. Nur nicht mit sich selbst. Aber mit Lars Dietrich. Und mit vielen Anderen. Mit Klagenden, mit Jammernden, mit Verlassenen, mit Liebeskranken, mit Müttern, mit Vätern, mit Ehebrechern, mit Töchtern und mit Söhnen. Mit Betrügern, mit Guten, mit Bösen, mit Verwirrten und mit Esoterikern. Stimmen am Telefon. Stimmen, die von einer esoterischen Life-Coach-Line an sie vermittelt werden. Luise hat inzwischen zu ihrem eigenen Beratungsstil gefunden. Und Luises Beratungsstil hat sein Klientel gefunden. Luise hat sich vorgenommen: Egal was passiert, was auch immer passieren mag, ich bleibe seriös! Darauf ist sie stolz. Das ist sie sich und ihrem Background schuldig. Sie bleibt seriös! Komme, was da solle! Und das zahlt sich, nach anfänglichem Ringen und zäher Anlaufphase, tatsächlich langsam aus. Das Klientel wird immer schöner. Das Klientel wird immer reicher. Das Klientel kennt Qualität. Und Qualität hat seinen Preis! Denkt die Luise und wird rot. Doch auch hier geht sie über sittlich vertretbare Grenzen nicht hinaus. Auch hier gilt: Seriosität ist Trumpf! Und so ist sie zwar nur ein Insider-Tip, aber immerhin eben ein Top-Tip! Ticktack-Taktik! Luise berät ausschließlich ganzheitlich. Luise berät psychologisch fundiert. Und Luise berät lebensnah. Und Luise berät mit Hingabe. So wie Luise mit Hingabe Lars-Dietrich liebt. Lars Dietrich findet Luise zu seriös. Lars und Lars stecken die Köpfe zusammen, gerade jetzt wieder, in diesem Moment und finden: Die ist zu billig! So reicht das nie! Denn Lars Dietrich telefoniert jetzt auch. Mit Lars. Den er in einer Stunde zu treffen gedenkt. Wir müssen mal wieder ausgiebig brainstormen! So raunt er in Richtung Luisens. Die fuchtelt ihn mit der Hand aus dem Büro, ihrer Beratungszentrale. Jetzt nicht. Nicht in diesem Moment. Ein wichtiger Klient erwartet Konzentration. Heißt das. Lars Dietrich haucht Küsse zu Luises rotem Schopf. 4 Töne! Aufsteigende Töne! Absteigende Töne! Schwebend! Wie Küsse! Auf der Haut! Auf Deiner Haut! Seine haselnussbraunen Augen bekommen ein Glimmen wie Wolfsaugen. I love You, Luise! Ich liebe Dich, Weib! Und verschwunden ist er aus Luises Blickfeld. Diese lächelt in den Telefonhörer hinein. Es zahlt sich aus. Alles zahlt sich aus. Sie liebt ihren liebenden Mann. Ach, herrlich ist das Sein. Und dann hört sie, wie die Tür ins Schloss gezogen wird. Achtsam, aber ungestüm. Also polternd laut. Nun wird in den nächsten Stunden niemand mehr die Konzentration stören, die den Kunden geschuldet ist. Klienten nennt Luise die Kunden. Seriös! Top-Seriös! Das ist die Devise. Komme, was da wolle. Heute, Morgen und Übermorgen. Und dann kommt, Heute, also einige Wochen nach jenem Tag, vor zweieinhalb Jahren, sie, die Andere. Sie, die Mörderin eines Täuberichs. Sie, die ihre Autonomie plant. Sie, die einen Neuanfang wünscht. Sie, die weiß, dass sie wünscht, aber nicht wirklich weiß, was das ist, das sie wünscht. Sie, die Andere, kommt mit einem Klingeln zu Luise, das Penetranz vermuten lässt. Es ist das zweite Telefon, das da klingelt. Das private Telefon ist es und nicht das offizielle Telefon, das von der Line gespeist wird. Die Privatnummer kennen nur einige, wenige, exklusiv von Luise auserkorene Klienten. Nur die dürfen hier klingeln. Nur denen gewährt Luise Privat-Audienz. Insider-Tip! Top-Tip! Und wie es klingelt. Es klingelt und klingelt, obwohl sie den Hörer nicht erreichen kann, weil sie noch an die zweite, die offizielle Leitung gefesselt ist. Kliiiingkliiiingklaaaaang! Endlich verstummt der Gesprächspartner beratungsgesättigt im Off. Luise eilt geschwind, den sich überschlagenden Klingeltönen, entgegen. Minimal genervt von dem fordernden Läuten, nennt sie ihren Namen. Wer will da was von ihr? Sie hat doch keinen privaten Termin vereinbar! Kein Hinweis findet sich im Kalender, auf den sie sinnend einen Blick wirft. Derweilen kitzelt ein leises Schnäuzen ihr Ohr.










Kapitel No. 2



Tamara de Lempicka: Schlafende


II


Ich habe es satt! Das denkt noch eine Andere. In diesem Moment, vor zweieinhalb Jahren. Also Jetzt. Ich habe es vollständig satt! Denkt sie. Ich habe es satt, zu funktionieren! Ich habe es satt, für das Abendessen zu sorgen! Ich habe es satt, wenn mein Freund über das Sushi herfällt, als sei es ein Wiener Schnitzel! Und ich habe es satt, dass er danach zusieht, wie ich den Tisch abräume! Ich habe es satt, an einem gedeckten Tisch neben einem lebenden Roboter zu sitzen, der am Handy klebend, stereotyp Anweisungen für die kommende Woche an seine Mitroboter weitergibt! Ich habe die Dachterrasse satt, auf der ich nicht sitzen kann, weil die Tauben sie beschmutzen und ich habe es satt, dass er nichts dagegen unternimmt! Ich habe es satt, zuzuschauen, wie ein, von mir, vergifteter Tauberich von seiner Dame gurrend betrauert wird. Tagelang, wohlgemerkt, gurrend und flatternd betrauert wird, wie ich meinen Freund nie und nimmer betrauern würde! Ich habe es satt, mir vorzustellen, wie gut es wäre, wenn ich ihn vergiften könnte! Und ich habe es satt, mir vorzustellen, wie es danach wäre, ohne ein Testament, das an mich denkt! Ich habe meine Abhängigkeit von seinem Reichtum satt und ich habe seine Humorlosigkeit satt! Ich habe es satt, dass er mir den Vorwurf macht, dass ich noch immer tatenlos zusehe, wie er seine Wäsche zu seiner Mutter bringt, um sie waschen zu lassen! Und ich habe es satt, unter ihm zu stöhnen, obwohl ich nur daran denke, dass die Liebe, Gott sei Dank, bei ihm nicht lange dauert! Ich habe diesen Tag satt und den vorherigen Tag habe ich auch satt und den morgigen Tag habe ich Heute schon satt! Satt habe ich Alle! Alles nur noch satt! Ich habe es satt, mir vorwerfen zu lassen, ich würde nur fordern und ich habe es satt, mir vorwerfen zu lassen, es ginge mir nur um sein Geld! Ich bin eine Frau! Ich bin schön! Ich bin ein glamouröses Leben durch Freunde gewöhnt! Ich pflege mein Äußeres und ich weiß mich zu bewegen, in seiner Society! Das kostet Geld! Ich habe es satt, dass er mir dennoch meine Unabhängigkeit vorwirft, die ich beibehalten habe und die Art, mit der ich mein  eigenes Geld verdiene! Ich habe es satt, dass er das Nuttengeld nennt! Nut-ten-geld! Ich bin Maklerin. Verkäuferin, schnauzt er. Oh, wie satt habe ich das! Ich habe es satt, ihn nicht verlassen zu können! Und ich habe es satt, ihm erklären zu müssen, dass ich nur dann an seiner Seite bleiben kann, wenn er meine Unabhängigkeit finanziert und garantiert! Ich habe es satt, diesen Mann ohne Sicherheit und ohne Absicherung ertragen zu müssen! Und ich habe es satt, ihm sagen zu müssen, dass ich meinen Job nur aufgeben werde, wenn er mir eine andere Möglichkeit mit identischen Konditionen aufweist! Ich habe es satt, ihm die Welt zu erklären und ich habe es satt, ihm das Wesen einer Frau nahe bringen zu müssen! Satt habe ich ihn, der mich stört, in diesem luxuriösen Sein, das in letzter Instanz von ihm finanziert wird! Alles das habe ich so satt! 
Und doch schmeißt diese Dame sich nicht mit bebender Brust auf die weiße Wohnlandschaft, um ihren Kummer im hemmungslosen Heulen einer gedemütigten Wölfin zu erlösen. Nein, sie schmeißt sich nirgendwo hin, obwohl sie so satt ist, vom jetzigen Sein. Statt dessen beginnt sie beharrlich die Fingernägel zu feilen, zzzsssszzzzsssszzzzsss begleitet die Feile aus Silber ihr gleichmäßiges Tun. Und so hört sie auch nicht das Drehen des Schlüssels im Schloss und nicht die festen Schritte des Mannes im Vorraum der Penthouse-Wohnung. Hoffentlich macht sie nicht wieder ihr Zickengesicht! Denkt Dieser, doch sein Herz bleibt ruhig im Takt, Bum-Bum, in diesem Augenblick, vor zweieinhalb Jahren. Also Jetzt. Sein Herz bleibt sich sicher, nie wird sie gehen, er ist der reichste Mann der Area. Schwerreich! Schweinereich geradezu! Und sie hört nicht auf, den Fingernagel zu runden und zu glätten, mit Konzentration und Besessenheit, hält dem Heimkehrer aber kokett das Oval ihrer Wange entgegen und spitze Männerlippen dürfen ein „Grüß Dich, mein Schatz!“ darauf drücken. 
Was hast Du zu Essen besorgt? Ah, Sushi. Sehr schön! Wirklich! Könntest Du Morgen vom Italiener…? 
Und sie sitzen gemeinsam am Abendbrottisch und er umklammert sein Handy und spricht Unverständliches hinein. Und das Heute vergeht noch einmal mit dem Heute, das vor zweieinhalb Jahren ist, also Jetzt, ohne dass sie von Trennung spricht. Ein Tag wie viele Tage also. Keine besonderen Vorkommnisse!

An diesem Abend indes, beschließt sie still, sich eine eigene Wohnung zu mieten, die er zu zahlen hat. Aber ihr Herz setzt für einen Pulsschlag aus und zeigt ihre Angst vor Autonomie.
Und er setzt sich an seinen Laptop und berechnet die Bilanzen. 
Heute stimmen sie. Also Jetzt, vor zweieinhalb Jahren. Aber sie stimmen auch Heute noch. Zweieinhalb Jahre nach diesem Tag.
Alles Andere ist Anders!







Samstag, 24. Mai 2014

Kapitel No. I.

TickTack-TakTik

I. Episode in 3 Szenen!

Hinweis: Ähnlichkeiten mit lebenden oder nicht mehr lebenden Personen sind rein zufällig, aber denkbar!

Gustav Klimt, Der Kuss




TICKTACK-TAKTIK
Ein Prekariatsroman


I


Alles satt! Habe ich! Denkt sie. Ich habe den Alltag satt! Und ich habe das Helfen satt! Ich habe den Mann an meiner Seite satt! Und ich habe es satt, die Einkaufstüten über dem Fahrradlenker nach Hause zu transportieren! Satt habe ich diese Wohnung! Und satt habe ich diese Stadt! Satt habe ich diese Stadt und satt habe ich diesen Tag! Diesen Tag habe ich satt und den vorherigen Tag habe ich auch satt und den morgigen Tag habe ich Heute schon satt! Satt habe ich Alle! Alles nur noch satt! Und dann schmeißt sie sich auf das Bett, das im Wohnzimmer die Couch ersetzt und ihr Körper vibriert vor lautlosem Schluchzen, das sich schließlich doch Raum erobert, gehört zu werden. Und so hören an diesem Tag auch die Nachbarn jener Dame ein Weinen, das Geheule genannt zu werden verdient. Ein Heulen vor Wut und ein Heulen aus Kummer. Ein Heulen, geboren in tiefsten Tiefen, genährt aus angestauten Gefühlen fast jeglicher, unguten Art. Als ihr Mann, drei Stunden nach dem Beginn dieser seltenen Attacke aus Weltschmerz und Kraftlosigkeit, den Schlüssel im Schloss umzudrehen beginnt - in der wohlig-unbewussten Vorfreude auf Heimatklang, gewoben aus Wohnen und Gemeinschaft in Vertrautem - da entgleitet der Schlüssel wegen eines Reflexes, wie ein Zittern, der rechten Hand und fällt auf den steinernen Boden des hallenden Treppenhauses. Klingringklingklingkling, wird das Klirren zum Echo. Was soll schon sein! So beruhigt ihn ein geschwind zu Hilfe eilender Gedanke und tapfer wie ein Kriegsheimkehrer öffnet er, diesmal erfolgreich, die Tür. Das Bild, das sich der, nun doch nach innen kehrenden Männerseele bietet, erstaunt ihn und erstaunt ihn nicht. Es erstaunt ihn nicht, weil es alljährlich so ähnlich anzutreffen ist, was er sieht, es erstaunt ihn indes, da diesmal alles intensiver und überdeutlicher, also geradezu von plakativer Gewalt, an ihn zu appellieren scheint. Ein Appell also, dessen Deutlichkeit nicht, mit ein paar Küssen und zärtlichem Spiel mit den weiblichen Haaren, hinweggewischt werden kann. Diesmal geht es also nicht so leicht wie sonst! Denkt er. Und er erinnert sich noch Heute an diesen Gedanken, an diesem Tag. Und Heute ist zweieinhalb Jahre später. Aber Heute ist auch das Heute des ersten Satzes dieser Schilderung jener Begebenheit. Also zurück in dieses vergangene Heute das Jetzt ist. Jetzt! Hypnospeak, Ja! Und da sieht es diesmal nicht gut aus, für den Mann, dessen Atem nun schneller wird. Die Dame des Hauses ist Heute stärker als er. Haha! Triumph! Triumph, den sie nicht einmal spürt. 
Sie also hat es diesmal wirklich satt! Sie hatte es schon oft satt! Aber dieses Mal könnte es Ultimo sein. Ul-ti-mo! Darauf wartet er insgeheim. Das ist kein Warten als Hoffnung. Nein. Er wartet insgeheim, dass es so käme, wie ein immer präsentes Vorwissen es ihm einflüstert. Wie sollte sie das nicht satt haben, was alle Frauen irgendwann satt haben würden, wenn ein besseres Geschick als Potential in ihnen schlummert! Nun also ist es soweit! Unsicher sitzt er neben dem zitternden Körper, der müde vom Weinen, gekrümmt auf der Seite liegend, um Atem ringt. Seine rechte Hand, erneut vibrierend, schwebt über ihr in Höhe des Herzens und traut sich nicht, die Luft zwischen Körper und Hand durch eine Abwärtsbewegung in Schwingung zu versetzen. Nein, er getraut sich in diesem Moment, der Jetzt ist, nicht, die Hand auf ihrem bebenden Körper zur Ruhe kommen zu lassen. Sie scheint das auch nicht, wie sonst, zu erwarten. Sie wartet einfach auf nichts mehr, in diesem Moment. Und das ist das Aussichtslose daran. Ich muss etwas tun! Sagt er sich. Und so fasst er sich ein Herz. Und dreht seinen Kopf um siebenmal 180 Grad, so scheint es ihm, weil sie den ihren, ihn durchschauend, von ihm wegzudrehen beginnt. Doch er gewinnt noch einmal den Kampf, durch Verrenkung und Zähigkeit, und gelangt zu ihrem Mund. Und da finden sie sich, Mund an Mund, in diesem Moment und sind glücklich. Sehr glücklich sind sie. Und so geht ihr gemeinsames Leben vorerst noch einmal weiter. Obwohl sie es eigentlich satt ist! Aber heute hat sie es eben noch nicht satt genug!
Und am Abend diesen Tages, also Heute, schreibt sie ihr Gedicht „Körperschluchzen“ und er sein Lied „Küsse auf der Haut“.





Freitag, 23. Mai 2014

TickTack-TakTik...

...is coming soon.....!


Tick...

Ein Prekariatsroman










Geschrieben von Paganini, dem Kater!
Ein Prekariatsroman als Soap-Opera in diversen Episoden






                                   

Mittwoch, 14. Mai 2014

Die wunderbare Werbung!

...und dann noch in eigener Sache...!



Der Paganini´s - Kurs "Kreatives Schreiben" ist da!
Ein E-Learning-Lehrgang der Redaktion!


Infos unter:




jancodada.co.il



Ohne DADA, kein kreatives Schreiben.
Ohne den Surrealismus, kein kreatives Schreiben. 
Ohne den Expressionismus, kein kreatives Schreiben.
Ohne Freud und seine Traumdeutung, kein kreatives Schreiben.

Aber: Was, in aller Welt, ist Kreatives Schreiben?

Bei Interesse erhalten Sie 50% Rabatt mit Code: J3NYBC221Q








Sonntag, 11. Mai 2014

Der wunderbare Zufall...,

...denn gelandet sind wir dann in "Tauberbach"!


Wie schön, wie wild, wie berührend, wie fabelhaft, wie bewegend und bewegt kann der Zufall sein, wenn er ins Theatertreffen 2014 hineinführt, obwohl ganz anders geplant:





 ALAIN PLATEL und LES BALLETS C DE LA B begeistern
 und zeigen Magie des Theaters!








Theater, das sein Publikum taumelnd auf den Nach-Hause-Weg entlässt!
Fesselnd und erlösend!
Grandios!




Freitag, 2. Mai 2014

Theater als Installation...

...und Mut zur Zumutung!


Im Magazin des Theatertreffens 2014 in Berlin, wird das Erste als Trend, das Zweite als Statute benannt.
"Mut zur Zumutung" als Kriterium, das zur Auswahl der eingeladenen Inszenierungen führte.
Und "Theater als Installation", da es sich genau so, immer häufiger darstellt. In seinem Tun!


Und so gilt denn die besondere Aufmerksamkeit der Paganini´s-Redaktion

Situation Rooms

von Helgard Haug, Stefan Kaegi, Daniel Wetzel (Rimini Protokoll)
Rimini Apparat / Ruhrtriennale




und

Fegefeuer in Ingolstadt
 von Marieluise Fleißer
Münchner Kammerspiele





...Ob Mut, ob Zumutung, ob Installation oder einfach nur Theater:
Wie immer sicher herrlich, das Mittendrin und Drumherum!







Das klägliche Restzucken toter Tiere – Susanne Kennedys „Fegefeuer in Ingolstadt”







Donnerstag, 1. Mai 2014

Was läuft, ist gut:

Lieblingsregel No. 1 des neuzeitlichen Esoterikers!


Was läuft ist gut, und am Besten läuft eine Maschine, wie ein Perpetuum Mobile.
 Zur Erinnerung: Das Perpetuum Mobile ist eine hypothetische Konstruktion, die – einmal in Gang gesetzt – ohne weitere Energiezufuhr ewig in Bewegung bleibt und dabei Arbeit verrichtet.
Sie läuft und läuft und ist deshalb sicher gut!
Was läuft, ist gut! Das ist auch die Lieblingsregel No. 1 des privaten Fernsehens und es ist die Lieblingsregel No. 1 von Werbestrategen und Marketingfachleuten.
Was läuft ist gut, ist natürlich, erst recht, die Lieblingsregel No. 1, so mancher Unternehmen. Und wenn so viele differente Kräfte eine Lieblingsregel haben, also einen kleinsten gemeinsamen Nenner besitzen, dann ist es absolut verständlich, dass all Jene sich zusammenfinden und die Maschine konstruieren, die dann, naja, fast, zum Selbstläufer wird. Und so entsteht dann die neuzeitliche Esoterik-Maschine.
Die läuft und läuft und folglich ist sie gut! Sie ist gut, weil sie läuft! 





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