Paganini´s...

Motto von Paganini, dem Kater:
"Es lebe die totale Subjektivität des Feuilleton!"

Redaktion: www.paganinisberlin.de

Wegen anderer Projekte kann das Blog zur Zeit leider nur unregelmäßig "bespielt" werden!

Dienstag, 21. April 2020

Die wunderbare Video-Konferenz...

der Paganini´s

Literatur-Freunde, zur Zeit durch Social Distancing getrennt

Boncuk, der Kater (B.d.K.), im Bild zu sehen mit Nasen-Mund-Schutz:

Hallo, Ihr meine Täubchen.
Wir lassen uns von diesem Dingens, diesem virulenten Bakterium, diesem außerirdischen Floh doch keine Flöhe ins Fell setzen, oder wie sieht´s aus bei Euch Beiden? Hehe!

Pati, das Katerchen (P.d.K.), im Bild mit Sonnenbrille:
Alles o.k. Chef, alles Bestens. Paletti ist nichts dagegen!

B.d.K.:

Aha, na super. Das ist doch Klasse. So soll das ja auch sein.
Na, dann doch einfach weiter so.

Nicht wahr? (RÄUSPERN)
Halli Hallo. Madame? Alles Schön, alles im Lot?

Chefredakteurin (CH.R.), im Bild hinten links mit Schal vor Mund und Nase:
Naja, wir halten hier Vorort die Stellung. Der Feind lauscht vielleicht mit. Vielleicht ist der Feind aber auch selbst geschwächt. Meine Recherchen laufen noch, ich will und darf keine abschließenden Ergebnisse verlautbar machen. Hier an der Corona-Front brennt der Bär. Ahoi!

B.d.K:

Aha, aha, Dann bleiben Sie dran. Sie sind unbedingt mein bestes Pferd im Stall. Das schaffen  Sie.
Ach, Meine Darlings.
Ich zitiere nur dieses eine, besondere Mal eine ganz große Freundin unserer Redaktion:

"WIR SCHAFFEN DAS!"

PAUSE-------------------------------------------------------------------


P.d.K.:

Mal ne rein interne Frage. Wie soll das denn jetzt, also, rein finanziell, meine ich, wie könnte das denn in unmittelbarer Zukunft so eventuell mal aussehen?
Nur so, aus reinem Interesse gefragt.
"Immer frei raus". Das sagt doch der Chef.
Nicht wahr, Boss? So ist das doch.
Also, gibt es da schon konkretere Pläne?

B.d.K.:

Aber sicher, mein kleiner Freund. Das schaffen wir. Wir lassen uns von diesem Dingens, diesem virulenten Bakterium, diesem außerirdischen Floh doch keine Flöhe ins Fell setzen.

Ciao, Ciao, meine Lieben. Bis Morgen. Nun aber mal ran an die Arbeit.
Es muss doch irgendwie weiter gehen.
Nicht wahr?
Wir lassen uns doch nicht unter kriegen...
(Video-Chat-Leitung knistert und knastert und fällt zusammen und AUS)




Das war der Live-Mitschnitt der Live-Redaktions-Konferenz der Paganini´s vom heutigen Dienstag.
Mehr von uns kommenden Mittwoch in 3 Wochen, wenn es um weitere Lockerungen in Sachen Redaktion und eventuell auch Themen wie Kurzarbeit gehen wird.


BLEIBEN SIE GESUND ODER AM LEBEN!

Samstag, 18. April 2020

Die Schizophrenie der Pandemie:

Wohl dem, der eine Heimat hat



Chefredakteurin, Profilbild


Der Herausgeber der Paganini´s-Seiten hat mich, die Chefredakteurin, eingeladen, in einem
"kurzen, knappen Feature" einige Worte zu meinen Gefühlen "in dieser Zeit" aufzuschreiben. Ich war nicht glücklich über diese Ehre und bin es auch im Moment nicht, da meine Fingerspitzen nun suchend Buchstaben antippen, um gewünschte Worte zu einem angedachten "Feature" (Puh, Herr Boncuk, Sie Depp von Redaktions-Chef!) entstehen zu lassen.

Was sollte ich sagen, das nicht hundertfach, tausendfach irgendwo gesagt, gefühlt, gedacht und veröffentlich dieser Tage zu lesen steht.

Das TAGEBUCH feiert eindeutig Renaissance, in diesen, unseren Zeiten des Corona-Virus.
Und das mag zu den Tugenden dieser Zeit gehören. Oder auch nicht. Wer weiß das schon.
Zumindest scheint auch diese ZEIT kein Verstummen (vor dem Unaussprechlichen) in sich zu tragen.

Und das gibt Hoffnung. Das macht Mut. Denn hier bleibt doch etwas in seinem gewohnten Wiedererkennungswert unseres modernen Erlebens. Obwohl doch die Besonderheit der Erfahrung einer Pandemie gerade darin liegt, aus der "Gewohnheit" herauszureißen. Was wiederum Anlass zu Bestürzung und Ängsten gibt.

Immer schon übersetzt der Mensch "Gewohnheit" mit "Selbstverständlichkeit".
Im Guten wie im Schlechten.
Und wenn ich nun mit etwas beginne, das ich der Pandemie eventuell als "Gut" gut schreiben wollte, so wäre es die Tatsache, dass rückblickend, vorausblickend und ins Hier und Jetzt hinein blickend, tatsächlich (endlich einmal) ALLES

1.) ...als nicht in "meiner/unserer Hand liegend" erscheint
und
2.)...Gewohnheiten durch diese Aus- und Ausnahme-Zeit erst "bewertbar" werden
und
3.)...damit ein großer Pool an Möglichkeiten sichtbar wird, der sonst gar nicht zur Debatte stünde, da alles wie "gewohnt" (und wie "gottgegeben") immer weiter ginge.

So aber, wie bisher, geht es im Moment nicht mehr weiter!
Ungefragt bleibt, ob wir das wollen oder nicht. 
Das fühlt sich schon irgendwie neu an.
Und dennoch auch irgendwie vertraut.

Zumindest diesen Gedanken, der durch die Greifbarkeit und Sichtbarkeit des pandemischen "Einschnitts" mehr als nur symbolische Realität in meinem (unser aller) Lebensgefühl geworden ist, empfinde ich als interessant und somit auch als Chance.

Dieses "so geht es nicht mehr weiter" kann nun nach individuellen und kollektiven Bedürfnissen gestaffelt,  sowohl global, als auch national oder eben rein privat angeschaut und beantwortet werden. Meine Antworten sind (noch?) nicht da.

Ich warte ab.
Und ich warte überhaupt.
Und ich warte.
Dabei mag ich das Warten nicht und mochte es noch nie.

Doch im Moment ist mir eigentlich ALLES nahezu abgenommen (worden), das ich (schon wieder dieser Begriff) GEWOHNT bin durchzufechten, anzuvisieren und selbstbestimmt und bestimmend aktiv nach Vorne zu bringen.

Selbst am "Scheitern-können" fühle ich mich durch die Umstände gebremst.

Die Zeit, dieser wertvolle Stoff, verrinnt. Ich hatte so vieles vorbereitet, geplant, gewünscht und gehofft.
Nun ist das Meiste völlig für die Katz (Haha, Herr Redaktionschef!) und Keiner weiß so recht, wie es weiter geht. Nicht wirtschaftlich in puncto Job. Schon gar nicht mit der Welt und ihrer Verfassung.

Und das Private?
Na, da weiß es ja Keiner Niemals. Und wusste es noch nie.
Das Private war immer schon mehr oder minder ein Glücksspiel.
Folglich steht es in diesen Zeiten der Pandemie gar nicht zur Debatte.
Oder?

Wohl dem, der eine Heimat hat.
Und Heimat meine ich sehr, sehr umfassend (auch als Wert) gedacht.
Wohl dem, der eine Heimat hat, das ist mein "Gebet" in diesen Tagen.

Daher also die von mir gewählte Überschrift.
Ich empfinde diese Zeit als Qual. Und ich empfinde diese Zeit als Reichtum und Bereicherung.

Und den Rest werde ich, werden wir, noch sehen. Jeder auf seine Art.

Ich wünsche jedenfalls ein donnerndes und sehr optimistisches Glückauf.
Und bleiben Sie auf der Hut!




Samstag, 11. April 2020

Aus der wunderbaren Kladde...

...der Paganini´s


Boncuk, der Kater, beim Spiel mit dem Schokohasen


"Die Wollust des Tötens will gelernt sein. Es war ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein großer Schritt aber war es für mich. Und mit dem kleinen Schritt ist alles zu entschuldigen gewesen.
Ein ganz kleiner Schritt, gemessen an der Geschichte der mordenden, sich metzelnden Menschheit der Jahrhunderte.
Und dennoch: Ein großer, ein wahrhaft gewaltiger Schritt ist es noch immer für mich. 
Es hat Zeiten gedauert, bis ich nicht mehr an mir zweifelte. Und auch da noch wusste ich, dass ich über eine Grenze gegangen bin, die einer Schuld gleich kam. Das Wissen aber hatte keine Berührungs- und Verführungs-Kraft mehr in sich. Das Wissen um Schuld war nichts anderes, als das intellektuell vermittelbare Wissen um die Werte menschlicher Gesellschaften.
Nun bin ich in der Nervenheilanstalt und warte auf meine Entlassung.
Von den Morden weiß hier niemand Bescheid.
Ich wurde eingeliefert, nachdem ich nach fünf schlaflosen Nächten, wach gehalten von einer Mischung aus dröhnender Musik, alkoholischen Getränken und Tabletten, bewusstlos und eingenässt, vor einem Lokal liegend, aufgefunden worden bin. Mein Hemd war verschmiert von dem Erbrochenen meines letzten Fast-Food und ich stank nach meiner eigenen Pisse. 
Mir ist das egal. Nach mir die Sintflut. Hier drinnen ist mir alles wurst.
Hauptsache Keiner weiß um mein Geheimnis. Denn das wäre das Ende. Das Ende meines eigentlichen Seins..."
(Notizen zu einem "Protokoll" aus "Menschenlichter im Tollhaus", Teil II)




Aus der angedachten Geschichte eines Mörders und seiner (nicht mordenden) Frau. 

Frohe Ostern!

Donnerstag, 2. April 2020

Die wunderliche Pandemie:

Ich fahr Dir mit dem Einkaufswagen in die Hacken, Du Aas



Pati, Hospitant und Nachwuchs-Kater,
 in der Kontemplation zum Thema

Die Pandemie war SO eigentlich überhaupt nicht geplant gewesen.
Als ich bei der Paganini´s-Redaktion eingestiegen bin -  letztlich weder gegen, noch mit meinem Willen - da ist es nur eben besser gewesen, bei denen die Hospitanz anzutreten, als das Schoß-Katerchen von irgend Jemandem zu werden.

Aber von der großen Pandemie hat mir keiner etwas gesagt gehabt.

Ich bin von klein an eher der aktive Typ. Nicht das Opfer.
"Und hier, an dieser ziemlich desolaten Redaktion, kann ich weitgehend machen, wie ich will."
So hatte  ich mir die ganze Chose gedacht.
Hospitanz. Das ist doch weitgehend harmlos.
Und weitgehend unbezahlt.
Das macht aber nichts. Ich bin ja Nachwuchs!

So wurde mir das auch vermittelt. Vom Chef. Und von der Chefredakteurin.
Genau so haben die mir das ganze Paket unter gejubelt.

"Und dann werde ich eben, wenn ich gewachsen bin, in große Stapfen treten dürfen.
Also Alles in Allem, ist das o.k."

Und von der  Pandemie konnte ja wirklich damals Niemand wissen.

Ich werde im April 2 Jahre alt.
Ein männliches Katzentier, im 1. Leben von 7 oder von 9.
Mein Chef weiß das auch nicht so genau.

Die Pandemie ist nun prägend für mich.
Das hat er gestern zu mir gesagt. Der Boss.
Ganz väterlich.

"So etwas wie Schicksal, das ist nun diese Pandemie für Deine Generation!"

Ich bin kein Opfer!
Ich hole der gesamten Redaktion -Tag für Tag - die Kohlen aus dem Feuer.
Aber ich bin kein Opfer. Ich bin der "kleine Held unserer/dieser stolzen Redaktion"!

Ich kaufe für uns alle ein.
Den Chef. Die Chefredakteurin. Und für mich.

"DIE GANZE REDAKTION WIRD VON MEINER EINKAUFSTÜTE AM LAUFEN GEHALTEN!"

Nein, es gibt keine Schutzausrüstung. Und kein Aufgeld. Auch kein Trinkgeld.
Nix. Niente.
Sowas von gar Nix.

"Hey, wie geht es Dir"?
Fragt der Chef jeden Morgen.
"Gut". Sage ich.
Das will er hören.

Und ich muss doch in seine Stapfen wachsen.
Dafür bin ich nun einmal hier.

SYSTEMRELEVANT!

Denn wir, die Paganini´s, sind ein richtiges kleines System.
Ein ziemlich idealistisches WIR.
Und das muss man auch mal verteidigen.

Notfalls mit dem Einkaufswagen.

Und dann fahre ich dem Vordermann von Hinten in die Hacken und sage (sehr sonor!):

"Du Aas, Ich war vor Dir in dieser pandemischen Schlange!"


 
 
Pati, das Katerchen und Lehrling der Paganini´s-Redaktion,  darf selbstverständlich auch seine Stimme zur Lage erheben!
Wir unterstützen unseren Nachwuchs mit allen zur Verfügung stehenden Kräften und zeigen volles Verständnis für seine situationsbedingte Verunsicherung...!