Paganini´s...

Motto von Paganini, dem Kater:
"Es lebe die totale Subjektivität des Feuilleton!"

Redaktion: www.paganinisberlin.de

Wegen anderer Projekte kann das Blog zur Zeit leider nur unregelmäßig "bespielt" werden!

Samstag, 28. Februar 2015

Kapitel No. 11

VII. Episode in (zunächst) einer Szene!



XI

Nun hat also die Wahrheit Einzug gehalten, in das Leben von Lars Dietrich und Luise. 
Und vor der Wahrheit, hat eine gesichtslose Angst Luises Seele erschüttern lassen. 
Doch der Mensch ist kein Mensch, wenn er nicht stoisch weiter macht.
Und Luise ist Mensch. 
Und Lars Dietrich ist Mensch.
Und Carina ist auch  Mensch. Auch sie stapft stoisch ihres Weges. 
Ein neuer Mann, eine neue Liebe. Das ist das Ziel. Hermann muss weg. Das ist auch das Ziel. 
Und immer wenn Luise glaubt: Nun ist er geschafft, der Etappensieg, die Zwischenlösung, die Loslösung von Hermann, dann erscheint Carina der Hermann in jedem Fall besser, als der Weg ganz ohne Mann.
Und Luises Einwand, dass Liebe nicht auf Abhängigkeit basieren darf, verfehlt ihr Ziel. Bei Carina. Nicht bei Luise. Denn die denkt an Lars Dietrich. Und der Einwand führt hier zu einem Ziel. 
Zu Luises Herz. 
Und das tut weh.
Nein. Nein. Entschieden Nein. Autonomie ohne Mann heißt: Nicht wissen, wo ich hingehöre!
Das tut nicht gut! Ich fühle mich frei. Mich hält nichts bei Hermann. Ich bin viel unterwegs.
Ohne Hermann. Aber erst eine neue Liebe im Visier haben. Dann die Trennung.
Bis dahin Luxus.
Bis dahin Sicherheit. Und das Ertragen von Hermann.
In meinem Leben, da stört nur Hermann. Hermann!
Und dann erinnert sich Carina an ihr glamouröses Leben an der Seite von Charly. Dem Nachtclub-König-Charly von München. Er hat sie betrogen. Er hat sie belogen. Er hat sie auf Händen getragen. Und sie hat Angst bekommen. Angst, dass er sie austauschen wird. Irgendwann. Und da, in dieser brisanten inneren Situation von Carina, dem zarten Geschöpf, das am Telefon zwitschert wie ein Vögelchen, kam Hermann. Hermann kam angeritten wie ein Held, auf weißem Ross. Seriös, reich und kinderlieb. Und mit ihm kam die Langeweile.
Doch verlassen wird er mich nie!
Und an diesem Punkt, dieser Feststellung von Sicherheit, hängt Carina fest. Da sitzt sie in der Tinte. Ein angesehener Multimillionär, der zu bequem ist, in seinem Leben Trennungen zu akzeptieren, ist eine sichere Bank. Und ein Multimillionär, in dessen Vorstellungswelt das Fremdgehen, das Eigene und das der Partnerin, nicht existiert, ist ein Sechser im Lotto. Und eine sichere Bank!
Das will durchdacht sein!
Sagt Carina.
Und Luise ist abgelenkt durch zweierlei. Erstens durch ein Geräusch, das die Gespräche mit Carina begleitet. Und zweitens durch stillschweigende Berechnungen, die nahezu unkontrollierbar von Beratungsethos und Konzentrationstechnik in Luises Kopf passieren.
Carina rechnet vor. Carina verdient summa summarum, das sagt Carina tatsächlich genau so, also summa summarum siebentausend Euro Netto. Monat für Monat. Als Maklerin. Sie ist Einzelkind. Die Eltern mehr als gehobener Mittelstand. Großes Haus. Starnberger See. Segelboot und Motorboot inklusive. Was also, rechnet Luises Kopf, hält Carina bei einem Mann, den sie nicht liebt?
Was braucht eine Frau, so rechnet der Kopf von Luise, denn an Luxus. Wenn sie sich selbst bereits Luxus gönnen kann?
Luise versteht nichts von Carina. Ganz und gar nichts. Aber das weiß Luise nicht. Das kleine Einmaleins von Carinas Welt ist ein anderes Einmaleins. Als das in Luises Kopf.
Und der fühlt sich noch durch Anderes strapaziert:
Zzzzzzzzssssssssszzzzzzzzzzzsssssssssszzzzzzzzzzzzssssssssssssss!
Ein fast sägendes und irritierendes Geräusch begleitet Luises Berechnungen. Begleitet die Gespräche mit Carina. Und Luise wundert sich. Aber immerhin. Carina ist nicht Jeanne. Keine Gefahr in Sicht. Und Luise erkennt zumindest Eines. Lars hat Recht. Das weiß Luise durch Carina. Prekariat.
Das ist Luise. Das hat sie vorher nicht gewusst.
Doch wer Carina ist. Das weiß sie nicht. Die Luise. Noch nicht!
Und die Carina. Die versteht sich. Denn sie kennt nichts Anderes. Carina schuftet schwer. Von Morgens bis Abends schuftet sie. Und das muss sich auszahlen. TickTack-TakTik. Die Uhr tickt. Bei einer Frau. Ab Dreißig geht das los. Da muss die wissen, wohin der Zug fährt. Sonst fährt der ohne sie. Der Zug. Oder ins Nirgendwo. Der Zug. Der Job als Maklerin gehört zur Taktik. Minimale Eigenständigkeit.
Ich verkaufe mich nicht. Wie die Anderen. Signalisiert das dem Mann. Ich gehöre dir nicht. Dir Mann. Signalisiert das auch. Sichere mich adäquat ab. Oder du kriegst mich nicht. Du. Mann.
Und zur Taktik gehört die Arbeit an der Fassade. Die Arbeit am Körper. Die Arbeit an der Garderobe. Die Arbeit am Selbstbild. Die Arbeit an der Außenwirkung. Da wird nichts dem Zufall überlassen. Oder der Zeit. TickTack-TakTik. Und diese Arbeit ist zeitaufwendig.
Und diese Arbeit ist arbeits-intensiv. Und das Ziel dieser Arbeit ist der Mann.
Du bekommst eine Traumfrau. Signalisiert das dem Mann. Diamonds are the girls best friend! Impliziertes Signal. An ihn. Den Mann. Und weil der Mann Arbeit ist, soll das Karrieretreppchen natürlich bergauf gehen. Mann ist nicht gleich Mann. Millionär ist nicht gleich Millionär. Da muss es treppauf gehen. Und nicht treppab. Und das ist das Dilemma. Von der Carina.
Vor Charly gab es einen Fußballer. An der Seite von der Carina. Profi. Noch nicht richtig Oben. Dann gab es Charly. Geld und Regenbogenpresse. Alles inklusive. Dann Hermann. Keine Regenbogenpresse. Aber mehr Geld. Nicht unbeträchtlich mehr Geld. Wer also soll danach noch kommen? Eine Treppenstufe höher? Und die Uhr tickt.  Carina wird nicht jünger. Und die Arbeit an der Fassade intensiver. Carina ist nicht zu beneiden. Carina hat es nicht leicht.
Gut, dass es Luise gibt.
Denkt Carina. Sie versteht nichts von Luise. Esoterikerin. Denkt sie. Guter Mensch. Denkt sie.
Gute Tipps. Denkt sie auch. Aber keine Ahnung von Geld. Hat sie auch schon bemerkt. Die Carina. An der Luise. Und da verzieht sich ihr Mund. Ihr Breiter. Ihr Rosaroter. Und Carina schaut in den Spiegel. Einen Kleinen. Aus Silber. So einen feinen, kleinen Handspiegel. In den schaut sie. Die Carina. Weil sie oft in diesen Handspiegel schaut. Zwecks Überprüfung. Und sie entdeckt, dass das Bleaching langsam an Kraft verliert. Und Carina zückt das Handy. Nein, sie wählt jetzt nicht die Nummer von Luise. Sie wählt die Nummer von einem Zahnarzt. Einem bekannten Zahnarzt. Einem Society-Zahnarzt. Und sie bekommt einen perfekten Termin. Die Carina. Einen VIP-Termin. Sozusagen. Gott sei Dank. Bis dahin geht das noch. Die Sache mit dem weißen Lächeln. Danach wäre das eng geworden. Und noch einmal kommt ein Gedanke an Luise zu Carina.
Ob Luise wohl glücklich ist?
Fragt sich die Carina.
Und wer bis hierhin gedacht hat, die ist doof, die Carina, die ist hohl, die Carina,
der unterschätzt sie gewaltig, die Carina.









Freitag, 13. Februar 2015

Die wunderbaren Lichter...

...einer letzten Berlinale-Nacht!




By Paganini´s 
Noch einmal lockt der Berlinale-Nighttalk und wir gehorchen wie die Motten dem Licht...!



By Paganini´s
 
Noch einmal laufen wir die Alte Potsdamer Straße hinunter und fühlen uns Lost in Berlinale...!  
 

By Paganini´s
 
Noch einmal überträgt der radioeins-Ü-Wagen live und dann fährt er ab ins Nirgendwo des einjährigen Dornröschenschlummers...! 
 

By Paganini´s

 
Noch einmal gönnen wir uns im Irgendwo einen Absacker und schauen dem Treiben
der Filmwelt zu...!

Und wenn wir irgendwann schlafen werden, dann werden wir von den Bären träumen...!

Doch die gibt´s erst Morgen...!



Paganini, der Kater, in der Redaktionskonferenz:

Kinder, Ihr seid richtig!
Wunderbar!
Wir können nicht fotografieren, doch wir verkaufen das Ganze als lucide Night-Art!
Oder als lichtende Nacht-Kunst. Oder als nichtende Licht-Akrobatik.
Oder als künstliche Nicht-Kunst. Oder als artifizielle Foto-Abstraktik.
Oder als nivellierende Romantik. Oder als konstruktive Destruktion.
Oder als realen Irrationalismus. Oder als irrationalen Realismus.
Oder als...!

Die Redakteurin fühlt sich nicht ernst genommen und verlässt, tief verletzt,
das Redaktionszimmer!




 
 
Nachtrag!
Der Paganini´s-Chefredakteur hat seit jeher eine Devise: 
"Schwarze Kater irren nicht!"
Die Berlinale-Jury hat daran offensichtlich nicht gedacht.
Kein einziger, noch so klitzekleiner Bär für Peter Greenaway!
Nun hat Paganini, der Kater, eine neue Devise:
"Auch Berlinale-Jurys können mal irren!"
 
Doch wir freuen uns mit den Bären-Gewinnern!
Berlinale ist halt  auch immer "Poliddisch"!
 
 
 
 
 
 
 

Mittwoch, 11. Februar 2015

Die Bären tanzen um...

...Peter Greenaway, Eisenstein in Guanajuato!


Begeisterte Journalisten auf der Pressekonferenz von Peter Greeaways Wettbewerbs-Film.

"Es geht um Eros und Tannatos".
So der Regisseur.

Und plaudert kurzweilig und enthusiastisch über Eisensteins Genialität, das Jahr 1963, ein Jahr,
in dem er Eisensteins Filme entdeckte und die Welt "zu ficken" begann.
Und über Kino, Kino, Kino, dem er mit seinem Film und im Kino huldigt!




Nein. Kino sei nicht die 7. Kunst.
Kino sei eine Mischung aus Malerei und bewegten Bildern.
Seine britischen Kollegen seien immer so stolz, wenn sie "Realismus" ins Kino brächten.

Er, Peter Greenaway, hat dafür wenig Verständnis.

"Realismus im Kino ist nicht möglich. Kino ist hochgradig virtuell.
Warum soll man versuchen, Realismus herzustellen, wenn das nicht möglich ist"!


Wenig später, Paganini, der Kater, in der Redaktionskonferenz:

Kinder, diesmal legen wir uns fest. Da mischen wir mit. Da sind wir ganz Vorne mit dabei.
Da liegen wir richtig. Da können wir gar nichts verlieren. Das ist er. 
DER FAVORIT! DAS KINOGENIE! DER FILM! 
The Winner of all Categories! Der Gewinner des goldenen Bären!


...We will see...!


Sonntag, 8. Februar 2015

Keine Berlinale...

...ohne:    

 Den Palast! 


By Paganini´s

Was war zuerst? Das Ei oder die Henne? Der Marlene-Dietrich-Platz oder der Berlinale-Palast?
Es ließe sich recherchieren, fürwahr, doch uns ist es schnurz-piep-egal!
Denn Eins ist unbezweifelbar: Hier steht das Zentrum des Festivals, hier fahren die Limousinen vor, hier schweben Stars und Sternchen über das Rot des Teppichs und wir rammen uns die Beine in den Leib, beim Public-Viewing in Eiseskälte, wenn die aktuelle Presse-Konferenz über den Großbildschirm flimmert!


Die Übertragungswagen von Radio Eins! 

By Paganini´s


Nein, auch keine Berlinale ohne RBB und radioeins. Ob Berlinale Talk mit Gesa Ufer
ob Nighttalk mit Knut Elstermann, ob Berlinale Info-Hotline oder die radioeins "Kritikerbrille", 
ob Berlinale-Studio oder ob Panorama-Publikumspreis: 
Ohne das Kult-Radio der mittleren Generation, ist hier nichts mehr denkbar!


Die Fotografen und Journalisten!



Ramin Yazdani by Paganini´s

Die Einen schlendern, dick vermummt, die Alte-Potsdamer-Straße entlang, die Anderen scheinen zu fliegen und rasen gehetzt von einem Termin zum Nächsten. Um den Hals baumelt bei Letzteren die Kamera plus Presse-Ausweis, bewegen sich die Lippen, um Satzfetzen ins Handy zu posten und unter den Arm geklemmt, beschwert die Laptop-Tasche (im schwarzen Leder-Design) den gehetzten Gang: Journalisten und Fotografen bestimmen zur Berlinale das Straßenbild rund um den Potsdamer Platz. 

Alljährlich begegnen wir, die Paganini´s, einer grauen Eminenz der Zunft: Ramin Yazdani! 
Gerade kommt er aus Filmvorführung und dazu gehöriger Presse-Veranstaltung: Terence Malicks "Knight of Cups"! Ein Film, meint er, den man zwei Mal sehen sollte. Eben gehaltvoll! 
Begeistert ist er von Sebastian Schippers "Victoria" gewesen, so frisch, endlich ein wunderbarer deutscher Film! Ja, Gestern!
Dann plaudert er uns von den kleinen, feinen Unterschieden, die zwischen amerikanischen und deutschen Schauspiel-Tugenden bestehen und schon schaut er auf die Uhr und muss weiter...! 
The Show is going on!


Das Kulinarische Kino auf Rädern! 


By Paganini´s

Dieter Kosslick ist schuld: Um "in" zu sein, wird beim Essen gebibbert. 
Die Köstlichkeiten der fahrenden Küchen sind mittlerweile ein "must", auch wenn Gabel oder Stäbchen den  klammen Fingern entgleiten!
Dafür sind sie wahrlich possierlich anzusehen, die bunten Anhänger mit nostalgischem Charme!







Dienstag, 3. Februar 2015

Die ganze Welt...

...im elisabethanischen Theater in der Schaubühne!


Die Welt ist bekanntlich eine Kugel und dreht sich und dreht sich immerfort! 

Thomas Ostermeier ist nicht zuletzt durch seine Drehbühne berühmt geworden. 
Und William Shakespeare ist bis Heute berühmt-berüchtigt, weil er wie Keiner, das Theater der
Menschenwelt ins Theater brachte.

Thomas Ostermeier und Lars Eidinger sind bekennende Shakespeare-Fanatiker. 
Theater und Shakespeare ist ihnen geradezu ein Synonym. 

Und da die Beiden am 7. Februar die Strategien und Faszinationen des Bösen mit der Premiere
von Richard III. ausloten werden, hat die Schaubühne nun ganz exklusiv, das elisabethanische Modell in Saal C nachgebaut.

"The Globe Theatre nannte Shakespeares Schauspieltruppe ihren Bau in London, als sie ihn 1599 südlich der Themse einweihte. Ein Globus, ein Erdball: einerseits architektonisch in seiner kreisrunden Form mit umlaufenden Galerien auf drei Etagen – gewissermaßen seinen Breitengraden, die Bühne wie Zuschauerraum umschlossen; anderseits auch metaphorisch, als ein Abbild einer Welt, die zur elisabethanischen Zeit selbst als Bühne galt. »Totus mundus agit histrionem« – »Die ganze Welt spielt ein Schauspiel« lautete das Motto des Globe. Und so steht im Zentrum dieses Raumes der Schauspieler, der dem Zuschauer räumlich näher ist als in vielen anderen Saalarchitekturen. Mit ihren Podien und Zugängen auf unterschiedlichsten Höhen bietet der Theaterraum der Schaubühne die Voraussetzung für die Einrichtung eines Globe Theatres. Im vordersten Saal C, dessen geschwungene Form schon das Äußere des Mendelssohn-Baus prägt, entsteht ein Zuschauerraum, der die Bühne halbrund mit Sitzreihen umschließt. Diese stehen eher übereinander als hintereinander. Zugleich wird es in diesem Grundraum für die einzelnen Inszenierungen spezielle Bühnenaufbauten geben, die für jedes Stück individuell auf die Anordnung der Zuschauer reagieren können."

P.S. Natürlich haben wir, die Paganini´s, versucht Karten zu bekommen. 
Natürlich ist das gesamte Kontingent bis April bereits ausverkauft.
Ein Erfolg also bereits jetzt, vor der Premiere, dieser Richard III!
Die ganze Welt, so will es scheinen, rennt ins Theater...!