Paganini´s...

Motto von Paganini, dem Kater:
"Es lebe die totale Subjektivität des Feuilleton!"

Redaktion: www.paganinisberlin.de

Wegen anderer Projekte kann das Blog zur Zeit leider nur unregelmäßig "bespielt" werden!

Dienstag, 26. Juni 2012

Sommer-Urlaub!

Die  Reise geht weiter (in ca. 1 Monat)!


David Bowie hat zur Verarbeitung des Themas "Endlichkeit"  Brel gefunden und was daraus gemacht. Mehr geht nicht!






Winkewinke aus Berlin! Bis Bald!

P.S.: Das Wort Urlaub hat sich übrigens aus dem dem alt- bzw. mittelhochdeutschen Begriff "urloup" (=Erlaubnis) entwickelt.
Umso schöner, wenn eine ganze Redaktion sich diese "Erlaubnis" der inneren Insel selbst erteilen kann!
Merke: Bloggen ist schön!

Nachtrag vom 06.07.2012: Natürlich war dieser Urlaub wesentlich länger geplant, musste aber wegen diverser Verpflichtungen stark verkürzt, bzw. verschoben werden!

Montag, 25. Juni 2012

Eine Konferenz für Lynch:

The Art of the Real in der Volksbühne Berlin!


http://www.volksbuehne-berlin.de/praxis/


Ein besonderes Schmankerl, weil neuartig und somit umnebelt vom Odem der Exklusivität, dazu in englischer Sprache, präsentiert sich für drei Tage in der Volksbühne am Rosa-Luxenburg-Platz.

THE ART OF THE REAL nennt sich die interdisciplinary international conference, die sich hochwissenschaftlich um das Gesamt-Kunst-Konzept und -Werk von David Lynch drehen wird.

Der amerikanische Filmkünstler, der sowohl experimentell im Autorenfilm als auch im klassischen Hollywoodstreifen und im Serien-TV Akzente setzte und weitläufigen Kult-Status besitzt, wird aus unterschiedlichen Perspektiven und Disziplinen heraus betrachtet und diskutiert werden.

Die Veranstalter wollen mit ihrer Tagung  einen genaueren Blick auf Lynchs Werk in Hinblick auf die medialen Entwicklungen und ästhetischen Diskurse im frühen 21. Jahrhundert werfen.

Dabei sollen nicht nur die komplexen intermedialen Referenzen und ästhetischen Aspekte betrachtet werden, die aus anderen künstlerischen Genres und Diskursen in David Lynch’s filmisches Werk einflossen, sondern auch die mögliche politische Dimension dieses Schaffens untersucht werden.

Die Konferenz ist nach vier Themenkomplexen (Psychoanalyse, Intermedialität, Genrekomposition und InterArt) organisiert, in denen Panels und Vorträge internationaler Wissenschaftler verschiedener Disziplinen abgehalten werden.

David Lynch: “The Art of the Real” findet statt vom 28.-30. Juni 2012 in der Volksbühne im Roten Salon, Rosa-Luxemburg-Platz 1 , 10178 Berlin. Der Eintritt ist frei. Wer nicht persönlich in Berlin dabei sein kann, ist herzlich eingeladen, die Veranstaltung bequem von zu Hause aus per 
Video Live-Stream  zu verfolgen: http://www.lynchconference.org/


Unvergessen in Berlin ist übrigens das originelle Skandälchen um Lynchs geplante "Universität des unbesiegbaren Deutschlands" auf dem Teufelsberg im Jahr 2008.
Gemeinsam mit der Maharishi-Stiftung als vedische Friedens-Uni gedacht, kam das umstrittene Projekt ins Stocken und wird scheinbar nicht mehr weiter verfolgt!


Donnerstag, 21. Juni 2012

Der wunderbare Buchanfang! V. Teil:

"Ein Buch, das nicht mit einem Paukenschlag anfängt, lese ich nicht!"
(Zitat von Paganini, dem Kater)

Die Paganini´s-Redaktion will sich dieser Polemik nicht zu Hundert Prozent anschließen.
Und doch bleibt es unbestreitbar: Die Verführungskraft der ersten Zeilen eines Buches entscheidet
sehr wohl darüber, ob wir es tatsächlich zu Ende lesen, oder frühzeitig zur Seite legen.

Deshalb in loser Folge bei Paganini´s:
"Der wunderbare Buchanfang!"

Diesmal, weil einst so sehr geliebt, Oscar Wilde, "Das Bildnis des Dorian Gray":




Erstes Kapitel

Starker Rosenduft durchströmte das Atelier, und als ein leichter Sommerwind die Bäume im Garten hin und her wiegte, kam durch die offene Tür der schwere Geruch des Flieders oder der feinere Duft des Rotdorns.
Von dem Perserdiwan, auf dem er lag und nach seiner Gewohnheit unzählige Zigaretten rauchte, konnte Lord Henry Wotton gerade die süßduftenden und honigfarbenen Blüten eines Gold-regenstrauchs gewahren, dessen zitternde Zweige die Last einer so flammenden Schönheit kaum tragen zu können schienen; und hie und da flitzten die phantastischen Schatten vorbeifliegender Vögel über die langen bastseidenen Vorhänge des großen Fensters und brachten eine Art japanische Augenblickswirkung hervor, so daß ihm die blassen, nephritfarbenen Maler Tokios einfielen, die vermittelst einer Kunst, die nicht anders als unbeweglich sein kann, den Eindruck der Raschheit und Bewegung hervorzurufen suchen.
Das summende Murren der Bienen, die in dem langen ungemähten Gras hin und her taumelten oder mit eintöniger Hartnäckigkeit die staubiggoldenen Blütentrichter des wuchernden Geißblatts umkreisten, schienen die Stille noch drückender zu machen. Das dumpfe Getöse Londons klang wie das Schnarrwerk einer entfernten Orgel.



Cover@NullPapierVerlag



Paganini, der Kater, in der Redaktionssitzung:
Wie wärs mit der "Ballade vom Zuchthaus zu Reading"? Häh???.............
.....................................................................................................................:
Ja, ich sah nie einen Mann, der geschaut
Mit Augen so sehnsuchtentbrannt
Hinauf in das winzige Zelt von Blau
- Von Sträflingen Himmel genannt -
Und zu jeglicher Wolke, treffend vorbei,
Mit Segeln von Silber bespannt....................................Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!!!


Ungeduld bei Redakteurin und Redaktion, in Eile die Sitzung verlassend!


Samstag, 16. Juni 2012

Wo Sterben nicht mehr weh tut:

Hedda Gabler in der Schaubühne Berlin!



Katharina Schüttler spielt das Böse in Weibsgestalt! Oder?

"Ich möchte ein einziges Mal in meinem Leben die Herrschaft haben über ein Menschenschicksal“!

Was ist das für eine Frau, die solch Begehren in sich spürt?

Wir, die Paganini´s-Redaktion wissen es nicht!
Nicht einmal nach circa zweieinhalb Stunden Ostermeier-Inszenierung.
Und, um es vorweg zu nehmen, die ist gut gewesen.
Gut, im Sinne von: Gutes Theater, gute Schauspieler, gutes Bühnenbild (Ostermeiers berühmte Dreh-Bühne), gute Regie!
Ibsen´s Text kommt leicht bis stark modernisiert daher, aber alles o.k.!

Katharina Schüttler ist bereits für ihre Hedda mit Preisen überschüttet worden, zu Recht!
Eine Paris Hilton zu spielen verdient so Einiges...!

Moderne Zeiten sind schwer. Auch für das Theater.
Und auch für enthusiastische Theatergänger und Schaubühnen-Aholicer!

Nix mehr Mimesis, nix Katharsis, nix Mitgefühl bei Schuss und Kuss und Tod und Teufel!

Wo Gott tot ist, gibts auch keine Teufel in Weibsgestalt und wenn doch, so interessiert es Keinen mehr!

Die dröhnende Lebens-Langeweile der Vier auf der Bühne wird zur Herausforderung für Inszenierung und Zuschauer.
Beim Knall der Pistole wird gelacht. Edda ist tot.
Die Vorstellung zu Ende. Niemand hat gelitten. Keinem tut´s weh!

Ibsens Psychodrama ist vollständig ent-dramatisiert.
Nein, nicht nur Gott ist hier tot.  Der Mensch ist es auch.
Und das von Anbeginn.

Ibsen 1890: Es sind in diesem Stück eigentlich nicht sogenannte Probleme, die ich habe behandeln wollen. Die Hauptsache war mir, auf der Grundlage gewisser gültiger Gesellschaftsverhältnisse und Anschauungen Menschen zu schildern, Menschenstimmungen und Menschenschicksale.

Schicksale sind bei Thomas Ostermeier nicht mehr sichtbar, ebenso nicht Determination, nicht Freiheit, nicht Schuld und nicht Sühne. Es gibt nur noch "Hülsen" und "Posen" und "Leere".
Unsere moderne Menschen-Welt, wie hier gezeigt, ist ohne Tiefe, ohne Bruch, ohne Sinn und ohne Weh!
Glaub nur noch, was Du siehst! Dahinter ist nichts verborgen!
Schade, nicht einmal diese Theater-Erkenntnis macht Schmerzen!


Bei der Uraufführung 1891 tobte die Presse:
Alles in allem kann Hedda Gabler kaum etwas anderes als eine grässliche Ausgeburt der Phantasie genannt werden, ein vom Dichter selbst hervorgebrachtes Ungeheuer in Frauengestalt ohne entsprechendes Vorbild in der realen Welt.

Die Hedda Gabler der Schaubühne erscheint so real, dass deren todbringende Langeweile sich als Wiedererkennungseffekt auch dem Zuschauer zeigt:
Ach, Die schon wieder!!!


Nach der Vorstellung:
Der Mensch lebt! Gott auch!
Lars Eidinger, Ehemann der Gabler in Pantoffeln, einige Minuten zuvor noch,, balanciert eine Bierflasche zwischen zwei Fingern durchs Theater-Cafe, hinaus auf den Vorplatz, begrüßt Freunde: In seinen Augen das Leuchten des Schauspielers nach dem Spiel!
Alles gut!


Und hier noch den Trailer als Bonus!



Donnerstag, 14. Juni 2012

Das wunderbare Katzen-Gedicht:

...ausgewählt von Paganini, dem Kater!



Rainer Maria Rilke
Der Panther, (Im Jardin des Plantes)


Paganini, der Kater
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –

und hört im Herzen auf zu sein.
(1902)



Paganini, der Kater, in der Redaktionskonferenz:
...SCHLUCHZEN...!
Ich, die Redakteurin, trage ihn sachte zum Fensterbrett:
Sehen Sie, Herr Paganini, hier haben Sie einen sehr freien Blick, hinein ins Grün eines Baumes...!
Des Katers Blick streift mich furchtbar:
Seien Sie ehrlich, Madame! Seien Sie nur ein Mal ehrlich zu mir! Könnte ich Sie feuern, wenn ich wollte...???

Ein Schreckenstag für Redakteurin und Redaktion...!






Zusammenleben! III. Teil:

Heute, Gottfried Benn, über das Zusammenleben mit Frauen!


Grundregel Nr. 1: Gute Regie ist besser als Treue!

Grundregel Nr. 2: Die nichtintellektuelle Frau - sie ist ja viel reizvoller als die überkluge, die wickelt die dummen Männer viel eher um den Finger als eine gelehrte kann.
Männer wollen doch nicht am Gehirn von einer Frau berührt werden, sondern ganz woanders...!



Hermann Albert:  Mann, Frau, Schmetterlinge


Paganini, der Kater, in der Redaktionskonferenz:
Das Niveau, Kinder, wo bleibt das Niveau...!
Die Leser wollen Relevanz! Die Leser wollen Substanz!
Die Leser wollen:...MICH!!!



Donnerstag, 7. Juni 2012

Protokoll-aus-Schnitt!

"Menschenlichter im Tollhaus": Golo der Maler. Protokoll VII.


Erwin Olaf by Marco Derksen @flickr




Den Verstrickungen zwischenmenschlicher Bindungen, bin ich bisher noch immer, mit einer erträglichen Schramme entkommen!
Dieses Privileg habe ich nicht hart erkämpfen müssen.
Meine Kunst hat mir geholfen und mich gehalten. 
Auserkoren zu höherer Liebeserlesenheit, gehöre ich mittlerweile ganz mir und der Malerei! Natürlich hat es in meinem Leben Frauen gegeben.
Es wird auch immer wieder Frauen geben.
Nein, ich gehe nicht herzlos und ohne Tiefe an die Sache namens Liebe heran.
Mir genügen allerdings eine bestimmte Anzahl von Tagen, Wochen, Monaten oder auch Jahren, bis mir die ganze Geschichte ausschließlich bedrohlich erscheint.
Zur Bedrohung ausgesetzt, sind sowohl meine Freiheit als auch diverse Facetten meiner Künstlernatur. Eine einzige Beziehung, kann meiner komplexen Persönlichkeit, nicht ausreichenden Spielraum zur Verfügung stellen.
Jede Frau und jede Beziehung hat an ganz bestimmte Anteile in mir appelliert und andere negiert. So erscheint mir der spezifische Blick einer Frau  als Teilamputation und Kastration.
Es ist nicht schön, in diesen Metaphern zu fantasieren.
Aber die Wahrheit ist da, wo sie nun einmal ist!
Ich bin Golo, der Maler, und mittlerweile als Endvierziger fast ein Star in der internationalen Kunstszene geworden. Die Frau, mit der ich mich zur Zeit hin und wieder treffe, heisst Carlotta. Sie ist interessant, erfolgreich und einäugig. Ich finde es beruhigend, dass diese Frau, in keiner Hinsicht, ein Interesse an einer gemeinsamen  Zukunftsplanung zu haben scheint. Sie ist eine eigenartige Mischung aus Scheu und Exhibitionismus. Sie gibt sich trotz ihrer Faszination keinerlei Mühe, mich an ihr haften zu machen. Die Widrigkeiten des Lebens scheinen an dieser mysteriösen Person abzuperlen, wie das Wasser am Fisch.
Klara dagegen liebe ich noch immer! Doch ich treffe mich nicht mehr mit ihr. Ich vermute eine tiefgreifende Liebesunfähigkeit in ihrer Person, der ich mich in der Meinigen nicht gewachsen fühle. Ihre Tiefe und Selbstreflektion kommen aus ihrem Beruf. Ich hatte nie das Bedürfnis, mich auf eine Therapie-Coach zu legen. Ich habe auch keine Lust, von einer Frau durchschaut und seelisch entkleidet zu werden. Klara hat mich von sich fort analysiert. Dennoch liebe ich sie.
Ich weiß, dass sie  Angst gehabt hat, mich bedingungslos zu lieben.
Aber Liebe kennt keine Bedingungen!
Ich lache laut in den weißen Raum hinein, dass es hallt. Ich liebe die Weite meines Ateliers. Ich weiß, dass ich selbst weit entfernt davon bin, die hohe Kunst reiner Liebe, in Dauer, zu praktizieren. Ich stehe in meinem Atelier vor meiner leeren Leinwand.
 Hier bin ich frei. Hier bin ich Gott.
Hier bin ich Kind.
Hier atme ich wahres Glück.
Ich bin der Herr und erschaffe gleich eine neue Welt!
Der erste Klecks Farbe auf der Leinwand  ist bereits richtungsweisend. Dann folgt Klecks für Klecks und Spachtel für Spachtel und Ebene für Ebene!
Das Bild allerdings trage ich längst in mir, wie ein Schwangerer.
Ich lache erneut und freue mich über meine einsamen, gedanklichen Spielereien ohne Publikum.
Es gab einmal eine Frau, die  von mir schwanger geworden ist. Sie liebte mich einfach.
Sie liebte mich als Künstler. Sie liebte mich als Mann. Sie hat mir manche Eskapade verziehen.
Sie hat an sich und mich geglaubt.
Genauer: Sie hat mit sich gerungen, wieder und wieder, um weiter an mich und sich glauben zu können. Sie heißt...


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Montag, 4. Juni 2012

Das wunderschöne Bild!

Original entfernt: Foto Commons Wikimedia



Gerhard Richter, Eine Kerze


Kommentar von Paganini, dem Kater:
Sehr schön, sehr schön! Das ist mein Lebenslicht...!

Und ein großes Schnurren lag an diesem Tag über den Räumen der Paganini´s-Redaktion.


Für Jene, die nicht dabei gewesen sind, das Video zur Gerhard Richter - Ausstellung in der
Neuen Nationalgalerie Berlin.
Auch da gibt es das Flackern der Kerze zu sehen!




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