Paganini´s...

Motto von Paganini, dem Kater:
"Es lebe die totale Subjektivität des Feuilleton!"

Redaktion: www.paganinisberlin.de

Wegen anderer Projekte kann das Blog zur Zeit leider nur unregelmäßig "bespielt" werden!

Samstag, 31. Dezember 2016

Welcome 2017...

...Sei Schönheit in Dir verpackt...!


Im Innen...


Die Paganini´s-Redaktion wünscht Ihnen und uns 

ein erfülltes, 

konstruktives 

und (in Ihrem/unserem Sinne) erfüllbares

2017!


(Schlimmer kann´s ja nimmer werden, als es 2015/2016 gewesen ist, odrrrrrrr...?)

Wie im Aussen...

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Die wunderbare Mythologie! X. Teil:


Loki, Gestaltwandler und Luftikus...


Loki und Sigyn von Mårten Eskil Winge (1863)

Ja, die wunderbare Mythologie!

In loser Folge will Paganini´s ein Streiflicht darauf werfen, so wie die
Mythologie von jeher das Dunkel unserer (Menschen-)Welt durchleuchtet hat.
Sie fand die Chiffren für das Prinzip, das uns bewegt:
Das Schicksal des Menschen, ein Mensch zu sein!

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Zwischen allen Stühlen geboren, bleibt man entweder auf dem Boden sitzen
oder man erhebt sich und setzt sich hin, wohin man eben will!

Loki, der Luftige, von Riesen abstammend und dennoch per Blutsbrüderschaft zu den Asen gehörend, ist heimatlos und deshalb frei.

Hübsch, geistreich, intelligent und wach, entgeht ihm nichts (und Niemand).
Er versteht zu bezaubern, unentbehrlich zu werden (für Odin höchst selbst), ist mal Narr, mal Höfling, zeigt auf verwundbare Stellen im Getriebe der Gottheiten und schert sich in Nichts um Bündnisse und Moral.

Er ist, als einer der ersten Individualisten, ein Fremdkörper der mythischen Welt, wird als Trickster verachtet und als Luftikus ohne charakterliches Rückgrat verkannt.

Vielgestaltig zieht er durch die Welt der Edda, vogelfrei und glatt wie ein Fisch, exotisch wie das achtbeinige Ross, das er selbst in die Welt bringt. Sein Ideen-Reservoir ist unermesslich.

In einer veralteten Welt verfolgt er einen geheimen Plan:

"Wie kann es sein", denkt er bei sich, "dass ein Gott der Schönheit und des Lichtes (Baldur, Odins Sohn!) nur strahlen kann, wenn die Wölfe der Finsternis (Fenriswolf, Lokis Sohn!) an der Kette bleiben?
Bin ich, Loki, als Vielgesichtiger nicht dazu da, die Welt von Gegensatz-Paaren zu befreien?"

Die Ordnung von Odins Welt erscheint ihm verlogen und verletzbar.
Letzteres beweist er, indem er Odins Sohn, also Baldur, durch List vom eigenen Bruder morden lässt.

Der Anfang von Ragnarök, dem gewaltigen Ende einer Struktur, geht somit auf Lokis Konto.
Aus Chaos und Anarchie wird das Neue geboren werden.

Denn auch Loki gehört zum ganz großen Spiel!

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...und was lernen wir aus dieser uralten Geschichte?
Alles ist, was es ist!
Nichts ist, was es zu sein scheint!

Freitag, 23. Dezember 2016

"Lippen abwischen und lächeln"...

...so geht Weihnachten in Berlin dann eben doch:

 

Mit Max Goldt im Heimathafen Neukölln


Er sagt so ein einfaches Wort wie "prachtvoll" und es klingt dann wie aus fernen Zeiten herüberwehend und exotisch, als sei es irgendwann ausschließlich für ihn erfunden worden.

"Max Goldt liest" und ist sein einzig möglicher Interpret:

Märchenonkel, Wolf mit Kreide, Wolf ohne Kreide, Großmutter, Rotkäppchen, scheinheiliger Zwerg mit üblen Hintergedanken, dazu Gottvater und über Allem beobachtend Wohnender.

Der Mann hat Gold und etliche weitere Metalle in der kräftigen Kehle. 


Klick auf Foto@Paganini führt zur virtuellen Lesung

Vor der diesjährigen Auswahl des künstlerischen Weihnachtsevents ist natürlich wie eh und je in den
Räumen der Paganini´s-Redaktion heftig diskutiert und analysiert worden. 

Zu Max Goldt´s Lesung sahen wir allerdings keine echte Alternative. 

Seine Definition von Weihnachten als einer der drei großen "Volksschwächen" war uns einmal sehr nahe und ist uns noch ziemlich nahe, trotz einer (mit dem Alter des Katers) zunehmenden Tendenz zu Traditionen und Sentimentalität.

"Weihnachten ist eine der drei grossen Volksschwächen. Die anderen beiden sind Autos und Fussball. Wer bevorzugt, sich seinen persönlichen Defekten zu widmen und daher schon terminlich Schwierigkeiten hat, an Massenschwächen teilzunehmen, sollte sich aber mit ihnen arrangieren, denn politische Systeme, die die Macht hätten, die Volksschwächen auszurotten, haben den Nachteil, dass sie mit rauchenden Ruinen und Leichenbergen zu enden pflegen. Wir wollen also gar nicht erst damit anfange, leise tickende Taschen auf Weihnachtsmärkten abzustellen, sondern gehen kühl lächelnd geführt von ruhigem, friedlichem Desinteresse, seitlich an ihnen vorbei - und dank der guten baupolizeilichen Bestimmungen in Deutschland ist es ja möglich, seitlich an so ziemlich allem, was hässlich ist, vorbeizugehen!..." 
Aus: Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens
Prosa und Szenen 2002 - 2004 / Rowohlt


Foto@Paganini, Hof des Heimathafen Neukölln


Zur Zeit ist es nicht mehr so leicht, an Allem, was hässlich ist, vorbei zu kommen. 
Das zeigt sich auch auf dem traumverloren schön beleuchteten Pausenhof des Heimathafen Neukölln

Hier trifft sich auch diesmal das Häuflein wartender Raucher zum solidarischen Qualmen (wie gut, dass wir nun e-cigarette dampfen und so -OHNE böse Konsequenz- dennoch dazu gehören!) und Austausch des einen, aktuellen, in der Berliner Luft liegenden Kollektiv-Themas. 


Jeder kennt Jemanden der Jemanden kennt, der auf DEM Weihnachtsmarkt gewesen ist, genau zu DER Zeit, als DAS passiert ist, was DA passiert ist. 


Satzfetzen werden laut und leise in den Wind geblasen. 


Es kann Jeden treffen und es hätte Jeden treffen können.
Das erscheint uns Hier und Heute, ganz kurz vor Weihnachten bei Max Goldt im Heimathafen Berlin, fast tröstlich. 


"Lippen abwischen und lächeln!"


Und dann geht´s wieder rein zur Lesung:



Dienstag, 20. Dezember 2016

IS reklamiert Anschlag...

...Berlin mahnt zur Besonnenheit!


Philosophien, Psychologien und Soziologien können in Minuten geschrieben sein und wir gewöhnen uns an das, was sowieso immer da ist: 

"Horror und Entsetzen!"


Kurz gesagt: 

"ES IST ZUM KOTZEN IN BERLIN. SEIT EINIGER ZEIT....!"


Nein, wir halten Sie nicht im Live-Ticker auf dem Laufenden.

Das machen Andere gut.






Wir bleiben einfach in Berlin...!


Donnerstag, 15. Dezember 2016

Das wunderbare "ohne Konsequenzen"...

...das es eigentlich nicht gibt...


... wie "das Kraut der Ewigkeit"...



Kater Paganini und seine Redaktion haben gesucht.

Gefunden wurde:  DIE E- CIGARETTE!


Fragestellung dazu aus dem VersuchsLabor der Paganini´s:
"GIBT ES DIE SELSBTZERSTÖRUNG OHNE JEDE NEGATIVE KONSEQUENZ?"

    UND

         "GIBT ES ALSO EIN TUN OHNE FOLGEN?"




Wir sind auf unser Experiment gespannt, bleiben indes gelassen

 und 

wünschen weiter Allerlei  zur wunderbaren Vorweihnacht!

Freitag, 9. Dezember 2016

»In einer Stunde kann’s aus sein«

...titelt der aktuelle Newsletter der Schaubühne. 


Also noch rasch das 


"wunderbare Wort zum Sonntag"


raushauen. 

Denn wenn es aus ist, dann ist es aus 

und da kann man scheinbar



Nix mitnehma / Georg Ringsgwandl






Jawohl, uns, den Paganini´s, ist die Paganini´s-Herbst-Winter-Pause bisserl langweilig geworden.

Auch wenn sich so mancher am Schneewittchen-Schlaf des Katers gefreut haben sollte.

Wir erwachen langsam und strecken die Glieder...!

So sorry!



Einen wunderbaren Advents-Sonntag mit 

dem besten
Advents-Sonntags-Prediger, der sich denken lässt, 


wünschen


Die Paganini´s!


Apropos:
Professor Bernhardi 
leistet Sterbehilfe in der Premiere der Schaubühne unter der Regie von
Thomas Ostermeier. 

NIX MITNEHMA aber ALLE WERDEN HINGEHEN (wenn sie denn eine Karte kriegen!!!):

http://www.schaubuehne.de/de/produktionen/professorbernhardi.html/m=319

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Das wunderbare "Welcome Refugees"...

...hat seine Grenzen!



Lesen Sie Zeitung, meine Damen und Herren und fahren Sie U-Bahn in Berlin, meine Damen und Herren, dann wundert Sie nichts mehr:

Wie kaputt ist Berlin?


Das fragt sich so Mancher und auch Chris Dercon in "Der Welt".



Angesichts einer (ästhetisch) faschistuid-monumental werbenden "Trutzburg" namens "Volksbühne" fühlt sich der, für 2017 avisierte, neue Hausherr doch arg gefordert. 

„Jetzt weiß ich, dass es gewisse Theaterkritiker und Theatermacher gibt, die in Deutschland nur deutsches Theater machen wollen für deutsche Städte und deutsche Kultur.“ 

Von der Berliner Volksbühne scheint er nichts zu verstehen. 
Auch nichts von der Liebe, die viele Berliner mit dieser verbindet. 

Warum denkt Dercon, dass er sich nicht bemühen müssen sollte, diese Liebe zu erringen?

Die Volksbühne  wehrt sich:

Dercon schreit nun erst recht AUAAAAAA und appelliert an die 
inflationär ausgerufene  Willkommenskultur.


Genau so schreit manch Deutscher in der U-Bahn Berlin nach Gerechtigkeit:


Refugees über Alles und wo bleiben wir?


So hören wir täglich "alteingesessene" Obdachlose und Obdachlosen-Zeitungs-Verkäufer, die nun die Refugees um so Manches beneiden...

.
...Uijuijui..., so kaputt also is et..., dat BERLIN...?!



Welcome 2017


und


Willkommen zum kontroversen Diskurs 

in diesem wunderbaren Berlin!

(Das kann ja heiter werden...)






P.S.: Dies ist ein radaktioneller Beitrag als "Pausenbrot" von Chefredakteur Paganini!

Donnerstag, 10. November 2016

Das wunderbare Pausenbrot...

...des misanthropen Katers Paganini zur Wahl von Mister Trump!





Dass Europa in den Händen eines werteorientierten Bildungsbürgertums ruht, ist Wunsch von Allerleiraunen. 

Der Verkaäufer (wir reden hier vom Superlativverkaufer) ist schon längst die eigentlich treibende (und als funktionstüchtig erwünschte) Kraft unserer Gesellschaft.

Was wundern wir uns über Trump!




Montag, 17. Oktober 2016

Das wunderbare Wort...

...zum nihilistischen Sonntag und zur Herbst/Winter-Pause der Paganini´s!
(Diesmal schon zum Dienstag)


Isolation Berlin: Alles Grau







Paganini, der Kater, in der Redaktionskonferenz:

Diese Kids. 
Laufen in großen Fußstapfen der alten Garde.
Als Berlin noch nicht Großbonn hieß.

...So geht Berlin...






Die Paganini´s verabschieden sich zur über 2monatigen Paganini´s-Pause.

Alles ist gesagt. 

Alles ist getan. 

Vorerst. 


Um den 24.12. herum gibt es an dieser Stelle ein Weihnachts-Lichtlein
und an Silvester sind wir wieder da mit der "Wunderbaren Mythologie".





animiertes-katze-bild-0090
Bye, Bye!

Wenn die Paganini´s schlafen

sind bekanntlich

ALLE 

Katzen

GRAU!


Freitag, 14. Oktober 2016

Protokoll-aus-Schnitt!

"Menschenlichter im Tollhaus": One eyed Carlotta. Protokoll III.




Erwin Olaf by TiJsB @flickr



(Engel:)
Diese Frau, die mit einem Schlag des wilden, gefangenen Herzens ihre Schönheit zerstören wollte, bin nun ich: One-eyed Carlotta, 45 Jahre alt, geboren als Charlotte.
"Früher bin ich schön gewesen“, denke ich oft, „heute bin ich schön und interessant!“
An meine Schönheit habe ich mich mittlerweile gewöhnt.
Ich habe für diesen Umstand  mit meinem rechten Auge bezahlt.
Ich bereue das nicht. Das bin ich!
Nur manchmal, wenn das linke Auge seine Überanstrengung in Tränen baden muss, tut mir das linke Auge leid und ich frage mich, ob es nicht auch ohne dieses ganze Theater für mich hätte weitergehen können.
Aber die Frage ist sinnlos, ich vergeude mittlerweile nur ungern meine Zeit.
Früher ist das anders gewesen.
Es ist mir nicht gelungen, meine Schönheit zu zerstören und es ist mir nicht gelungen, die Gesetze der Schönheit außer Kraft zu setzen und nun lebe ich mit Beidem.
Ich lebe gut, zusätzlich umgeben von den Attributen der Anerkennung durch Lob und Geld.
Ich bin Reisejournalistin, seit geraumer Zeit reißen sich die feinen Blätter, eines intellektuellen Leserkreises, um meine Reportagen.
Die Talk-Shows lieben mich, in meiner zerrissenen Anmut, nicht zuletzt wegen der schwarzen Augenklappe aus zartem Wildleder, die mir den Touch Exotic ins Gesicht drückt wie ein Gütesiegel für „spannender Gast“.
Mein Hang zur Zelebration meiner Ungewöhnlichkeit, um die ich sehr bewusst weiß, fühlt sich durch meinen momentanen Lebensstil geschmeichelt und gekitzelt.
Erfolg macht  Spaß!
Es ist erstaunlich, wie die Winde des Lebens mich tragen und mit welcher Fraglosigkeit ich mich tragen lasse.
Meinem Leben bin ich damals nicht entkommen und  inzwischen habe ich keine Skrupel mehr, meinem Leben auch diesmal standzuhalten, selbst wenn es sich schwerelos anfühlt, wie der Flügelschlag eines Vogels.
Ich bin schön und die Schönheit wird nicht gefragt, ob sie schön sein will.
Die Schönheit liegt im Auge ihres Betrachters und der Betrachter macht damit, was er will.
Nicht einmal mein Alter will ihr etwas anhaben.
Der Mann, der gerade eben vor einer Stunde mein Bett verlassen hat, ist noch immer trunken von dem Erlebnis meiner Einäugigkeit, die ihn zum Hohepriester einer allumfassenden Schönheitsdefinition werden ließ.
„Zeig mir Dein Auge“,  hat er mit zärtlichem Blick gemurmelt, während er sein Gesicht über meinen Kopf gebeugt hat, um mit den Fingern an den Riemchen der Augenklappe zu ziehen.
Diese Situation habe ich seither oft genug erlebt und sie macht mir  keine Angst mehr.
Ich weiß, dass der Mann, mit einer Mischung aus schaurigschönem Schaudern und dem Wunsch nach Empathie, zu one-eyed Carlotta herabblicken wird.
Wenn er ein Romantiker sein möchte, wird er eine Träne, langsam über seine Wange hinab, in meine Augengruft rollen lassen .
Und wenn er die charmant-eloquente Spezies der Herzensbrecher verkörpern will,  wird er mit Kreide in der Männerstimme, „so wunderschön also bist Du", in mein Ohr lächeln.
Jeder Mann zeigt auf seine Art, dass er der wunderbare Mann ist, der mich erst mit dieser klaffenden Wunde als die Schönste aller Schönen erkennt.
Manchmal erlaube ich einem Mann, sein Selbstbild an mir zu laben.
Manchmal aber entgleite ich seinem Wunsch, hinaus aus dem Bett, schlüpfe in einen schwarzen Slip und in hochhackige Pumps hinein und schüttle mein langes, schweres, schwarzes Haar über meinen weißen Schultern und Brüsten zu Schlangen auf.
Ich weide mich an diesem Spiel, der Freude Aller, an sich selbst.
Ich freue mich über die Freude der Männer, die in meiner plakativen Wunde  stochern, um sich selbst beschenkt zu fühlen, in ihrem Drang, mich zu beschenken.
Ich singe ein Hoch auf das Plakative der Verwundbarkeit, so wie es durch mich gefunden worden...!

Auszug aus "Menschenlichter im Tollhaus": One-eyed Carlotta. Protokoll III.

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Samstag, 8. Oktober 2016

Die wunderbare...

...(Persifl...)

By Paganini´s


IrritationIrritation



Es wiegt nicht so schwer, das Ganze,
wenn ich wüsste, wie es weitergeht,
wie Du denken magst,
in meinem Leben,
dann wäre ich, dann wäre ich
es wiegt nur Milligramm

nicht so desolat

Es ist so leicht zu haben, das Alles,
wenn ich nur wüsste, was kommen wird,
wenn Du nur möchtest,
in meinem Dasein,
dann wäre ich, dann wäre ich
es kostet fast nichts

nicht so sorgenvoll

Es ist ja da, was sein soll,
wenn ich nur wüsste,
was Du Alles denken kannst,
wie ich es haben will mit mir,
dann wäre ich, dann wäre ich
es macht keine Angst

nicht so irritiert





Einen irritierend glücklichen Sonntag wünschen die
Paganini´s!


Freitag, 23. September 2016

Der wunderbare KUNST-Film zum gelungenen Sonntag...

...damit Sie Heute schon wissen, was es Morgen im Theater zu sehen gibt:


Matthew Barney, Cremaster 1, (1995)







Nirgendwo sonst werden die Weintrauben so possierlich stibitzt wie hier.
Alles wird Form. Alles wird Bild. Alles wird Choreographie. Alles wird KUNST.

Wir erinnern uns:
Spätestens seit dem diesjährigen TheaterTreffen ist es unübersehbar, dass das
Theater als Performance am Schauspieler-Theater und am Autoren-Theater und am Klassischen Theater der erzählten Geschichten vorbeizieht und die Bühnen zu - oft sprachlosen - Bilder-Reigen voller Symbolik und Metaphorik transzendiert.

Theater ist mittlerweile nicht mehr nur Theater, sondern auch Installation, Performance oder Skulptur. 

Bei weitem nicht allein der Theater-Shooting-Star Ersan Mondtag steht für diese Entwicklung,
nahezu psychedelische Bildkompositionen ins Theater zu stellen. 

Der gesamte StückeMarkt des TT 2016, man denke an die Metamorphoses 3° : RETORIKA“, erschien als großes Performer-Treffen.

Und Susanne Kennedy konnte in Hideous (Wo)men zeigen, was Ersan Mondtag für sein Theater so beschrieb:

"Der Schauspieler ist die Person, die auf der Bühne steht und diese Person  muss Dinge tun können.
Der Schauspieler ist so wichtig wie jedes Requisit auf der Bühne!"

Auch das psychoanalytische Theater des äußerst fantasievollen  Markus Öhrn zeigte in seinem "Adventskalender" an der Volksbühne diese Tendenzen, die nun zusammengefasst als "innovatives Theater" bezeichnet werden.

Allen voran ging Matthew Barney mit seinen KUNST-Filmen. 
Der schillernde Performance-Künstler, Ex-Ehemann der Paradies-Vogel-Frau Björk, erfand - vor seiner monumentalen Film-Oper River of Fundament -  den 5teiligen Cremaster-Zyklus, der sich mit der Entstehung von Form auseinandersetzt. 

Wir haben uns für Cremaster 1 entschieden, denn nirgendwo sonst werden die 
Weintrauben so possierlich stibitzt...s. o.!





Lucky Sunday!


Donnerstag, 15. September 2016

Die wunderbare Mythologie! IX. Teil:

(Aus aktuellem Anlass) Der Golem!



Rabbi Loew and Golem by Mikoláš Aleš, 1899.




Ja, die wunderbare Mythologie!

In loser Folge will Paganini´s ein Streiflicht darauf werfen, so wie die
Mythologie von jeher das Dunkel unserer (Menschen-)Welt durchleuchtet hat.
Sie fand die Chiffren für das Prinzip, das uns bewegt:
Das Schicksal des Menschen, ein Mensch zu sein!


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Der Mensch erschafft ein Wesen sich. 
Ob Homunculus, Frankensteins furchtbarer Sohn oder Mensch-Maschine namens HAL. 
Ihnen gemein ist ein Urahn:
DER GOLEM!

Die formlose Masse, der ungeschlachte Mensch, gehorcht seinem Meister.
Der Meister gehorcht seinem Gott, der im Traum ihm befiehlt:

"Schaffe du aus Lehm einen Golem und überwinde das feindselige Pack, 
welches den Juden Übles will"!

Gesagt. Getan. Meister Rabbi Judah Löw kennt sich aus in der Schöpfungsgeschichte.
Kein Geringerer als "Adam" höchstselbst ist das Vorbild. Aus feuchtem Lehm knetet er
eine riesenhafte Mensch-Gestalt. Die 4 Elemente werden beschworen. Feuer, Wasser, Luft und Erde. 

Der Mensch wird Gott. 
Der Golem wird Mensch.

"Und Gott blies ihm den lebendigen Atem in die Nase, und der Mensch erwachte zum Leben.“

Der Rabbi flüstert diesen Satz. Der Golem schlägt die Augen auf. 
Noch nackt und bloß und namenlos, blickt das Geschöpf dumpf und willenlos zu seinem Schöpfer.
Dieser zeigt Mitleid. Zum Sklaven erkoren zwar, schenkt der Meister ihm einen Namen - Joseph - 
und hüllt ihn in ein Gewand der Dienerschaft. 

Fortan gibt es viel zu tun. Für den Golem. Nicht nur die Synagoge wird geschrubbt und gebohnert.

Nein, auch in geheimer Mission ist der dienstbare Geist unterwegs.
Er erfüllt seine politische Pflicht.

Zum Wohle des Volkes.
Fortan gilt es Intrigen aufzuspüren und Angriffe abzuwehren. Der Golem macht seine Sache gut.

Doch wehe, wenn dereinst entfesselt, die schaurige Gestalt zu eigenem Leben erwacht...


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...und was lernen wir aus dieser uralten Geschichte?
Nichts, aber auch wirklich Nichts hat sich verändert!
Seit Ur, das der Anfang war !







DER GOLEM KOMMT nach Berlin. Ins Jüdische Museum. 

Vom 23. September 2016 bis 29. Januar 2017.

LINK: http://www.jmberlin.de/golem



Freitag, 2. September 2016

Der wunderbare Buchanfang: XVIII. Teil

"Ein Buch, das nicht mit einem Paukenschlag anfängt, lese ich nicht!"
(Zitat von Paganini, dem Kater)

Die Paganini´s-Redaktion will sich dieser Polemik nicht zu Hundert Prozent anschließen.
Und doch bleibt es unbestreitbar: Die Verführungskraft der ersten Zeilen eines Buches entscheidet
sehr wohl darüber, ob wir es tatsächlich zu Ende lesen, oder frühzeitig zur Seite legen.

Deshalb in loser Folge bei Paganini´s:
"Der wunderbare Buchanfang!"

Heute, da so wundersam altmodisch, Ernst Jünger, In Stahlgewittern.



In den Kreidegräben der Champagne


Der Zug hält in Bazancourt, einem Städtchen der Champagne. Wir steigen aus. 
Mit ungläubiger Ehrfurcht lauschten wir den langsamen Takten des Walzwerks der Front, 
einer Melodie, die uns in langen Jahren Gewohnheit werden  sollte. 
Ganz weit zerfloß der weiße Ball eines Schrapnells im weißen Dezemberhimmel. 
Der Atem des Kampfes war, daß fast alle von uns verschlungen werden sollten an Tagen, in denen 
das dunkle Murren dahinten aufbrandete zu unaufhörlich rollenden Donner - der eine früher, 
der andere später.



Foto


Paganini, der Kater, in der Redaktionskonferenz:

Der Ernst
Dieses kluge Tier. 

A good fellow, a really good fellow!

Aber nicht ohne. 
Damals in meinem 2. Leben...





Mittwoch, 17. August 2016

Das wunderbare Wort zum Sonntag...

...mit KnallBummPauke...
(diesmal schon zum Mittwoch)


Tja, nun ist es soweit, Generationenwechsel...

...und dennoch trifft hier Gothic auf melancholic Punk (Häh, bitte wat?) und Rap...
 UND (Uijuijui, wieviel "und" denn noch...?)
 ...der Eine trifft auf den Anderen und BEIDE auf die eine, aktuelle, politische Situation...





Paganini, der Kater, in der Redaktionskonferenz:

Kinder, wisst ihr noch? Damals, in unserem 3. Leben? -
Ein Fell wie schwarz gelackt, schattengetränkte Augen mit glasigem Blick,

Sehnsucht im Herzen und Leiden an Allem. Die Süße, die Schwere, die Gier nach
Entgrenzung. Der Tod schien so fern und so nah wie das Meer, das in den Himmel fällt...
Und nun dies ...!

Im Ernst,
denken Redakteurin und Redaktion,
ist Romantik noch möglich?

Romantik lebt von Todessehnsucht.
Synonym für Ewigkeit, Schönheit und Symbiose.
Angesichts eines täglich drohenden Todes - in alltäglichsten Situationen (wie U-Bahn, Bus, Einkaufszentrum und öffentlichen Lustigkeiten) - ist er als Synonym für Ewigkeit, Schönheit und Symbiose einfach weg.

Der Tod der Romantik nämlich hieß schon immer: Realität!




Die Zeiten ändern sich. Und damit ihre Lieder.


AKTUELL: 

Unsere Straße in Berlin, Neukölln, Rixdorf. 
Von Rechts kommen 20 Mann mit Schlagstöcken, Fahrradschlössern und Eisenstangen. 
Von Links kommen 20 Mann mit Totschlägern. 
Personen sind, pardon, kurdisch-türkischen Aussehens.
Fenster und Balkone besetzt von filmenden Handys. 

Wir denken: Wir müssen keine Polizei rufen, da sind doch so viele Handys aktiv.

Die Polizei trifft 30 Minuten später ein.

Maschinengewehre. ALLE, die noch nicht bei Tatütata weg gelaufen sind,
müssen an die Wand oder auf den Boden.

Die Handys in den Fenstern und Balkonen filmen weiter.

Ja.

"Unser täglich Brot".

Mitten in Neukölln. Rixdorf.


Donnerstag, 4. August 2016

Die wunderbare Katze des Derrida:

Im Gedenken an diese Muse. Zum Weltkatzentag. 


Derrida kommt aus der Dusche. Seine Katze erblickt ihn. 
Tier und Mensch. Angesicht zu Angesicht.
Derrida empfindet Scham. 

Denn er ist nackt.

„Das Tier schaut uns an und wir stehen nackt vor ihm.
Und vielleicht fängt das Denken an genau dieser Stelle an


By Paganini´s


Die Katze war eine Ur-Tante neunten Grades von Paganini, dem Kater. 
Sie überlieferte diese Szene folgendermaßen an Ihre Verwandtschaft:

Mein Angestellter " Herr Derrida" legte auf einmal sein Fell ab - das sowieso stets eigenartig anmutete - und verschwand hinter einer Tür.  
Als er erneut in dieser Tür erschien, war er bedeckt mit Wassertropfen.
Ich wunderte mich über das eigentümliche Verhalten, da es normalerweise wenig Genuss verspricht, nass zu werden.
Derrida erzitterte ob meines Blicks, den ich sofort in sanfteres Gelb-Grün übergehen ließ.
Mir schien, als habe ich ihn bei etwas sehr Peinlichem ertappt. 

Das ist ja auch der Fall gewesen. Wer lässt schon Wasser an seine Haut. Doch Derrida - in Windeseile in ein weiches Fell schlüpfend - stellte alsbald ein silbernes Schälchen Milch vor mich hin.
Damit war für mich der Fall erledigt!

Für Jacques Derrida war diese Begebenheit allerdings ein Schlüssel-Erlebnis.
Seine tierphilosophische Entwicklung nahm hier ihren Anfang:

Was ist die Schamhaftigkeit, wenn man nur schamhaft sein kann, indem man schamlos bleibt, und umgekehrt? 

Der Mensch wäre nie mehr nackt, weil er über den Sinn für die Nacktheit verfügt, das heißt über die Schamhaftigkeit oder die Scham. 

Das Tier wäre in der Nicht-Nacktheit, weil nackt, und der Mensch dort in der Nacktheit, wo er nicht mehr nackt ist. 

Da haben wir eine Differenz, eine Zeit (temps) oder eine Gegen- beziehungsweise Unzeit (contretemps) zwischen zwei Nacktheiten ohne Nacktheit. 

Diese Gegen-/Unzeit beginnt gerade erst, uns Schwierigkeiten zu bereiten (donner du mal), und zwar seitens des Wissens um Gut und Böse (mal). 
(Jacques Derrida,  Das Tier, das ich also bin)





Eine tierische Muse. Ein Mensch und ein Kopf. 

Mehr braucht´s manchmal nicht!

(Weltkatzentag ist 2016 der 08.08. und fällt folglich mit dem Friedensfest zusammen. Miauuu!)

Samstag, 30. Juli 2016

Zusammenleben VIII. Teil:


Aber Morgen


Das Popcorn ist gefuttert, das Licht verloschen,
beim Heimgang wiegt Er sich, wie einst John Wayne,
der Schuss aus der Hüfte, er ist nicht gelungen,
Heute nicht und Gestern nicht.

Aber Morgen
Morgen ist es soweit, so weit wie sich sehnen lässt!

Das Glas ist leer, Champagner perlt
in weicher Kehle noch Good Bye,
Ihr Schritt hat Flügel, seidene Beine können nur schweben,
Heute so, wie Gestern auch.

Aber Morgen
Morgen wird es so sein, so sein wie sich denken lässt!

Sein Gang, der schwer wiegt, Ihr Schritt, der noch Ja sagt,
sie werden sich kreuzen und nicht mehr verlieren,
Sie wird nie Mutter, Er war der Vater,
Heute nicht und Gestern doch.

Aber Morgen
Morgen ist es vorbei, so vorbei wie sich Heute nur ahnen lässt!


https://www.flickr.com/photos/23416307@N04/3656414327/



 

Freitag, 22. Juli 2016

Die wunderbare Fotografen-Ikone in Berlin:

Kevin Cummins quasselt mit John Robb ...


(...oder ist es umgekehrt?)



Kevin Cummins & John Robb @flickr.com


Wir wissen es nicht. Denn noch ist es nicht so weit!

Aber eines ist sicher:
Kevin Cummins kommt nach Berlin.
Und sicher ist auch, dass er auf John Robb treffen wird.

Cool!

Ja, cool,
so sagt man doch.
Wenn Kult auf Kult trifft.
Am kommenden Freitag.

Im Posh Teckel!
Einer Berliner Kiezdackelbar.

Ein Dackel wie ein Kater!
Nun: fast ein Dackel wie ein Kater!

Hingehen lohnt. Denn Kevin Cummins lohnt.
Ever!






Zum  wunderbaren Kevin Cummins führt dieser Link 
http://www.kevincummins.co.uk/