Paganini´s...

Motto von Paganini, dem Kater:
"Es lebe die totale Subjektivität des Feuilleton!"

Redaktion: www.paganinisberlin.de

Wegen anderer Projekte kann das Blog zur Zeit leider nur unregelmäßig "bespielt" werden!

Mittwoch, 21. November 2018

Die wunderbare Expansion...

...der wundersamen Paganini´s-Redaktion


"Boncuk, der Kater, Herausgeber der Paganini´s-Redaktion, hat nun Verstärkung bekommen, ohne sie gewünscht zu haben.
Angeheuert hat Pati, das Katerchen, das ebenfalls einen türkischstämmigen Migranten-Hintergrund besitzt. "Pati" heißt "Katzenpfote" und die "mischt bekanntlich überall mit"."

So berichtete die BZ (Bunte Zeitung) in einer Extra-Ausgabe über die Fusion der beiden  Paganini´s-Kultur-Köpfe.

Die Paganini´s-Redaktion distanziert sich ausdrücklich von dieser banalisierenden Version.
Es handelt sich um eine  infame Verleumdung, dass Pati sich den Zutritt in die Redaktions-Räume gewaltsam erzwungen oder gar seinen "Floh-Befall" im weichen Fellchen zweckentfremdet genutzt hätte, um einen "Rausschmiss" zu verhindern.

Fakt ist, beide Kater sind veterinär behandelt worden, die Flöhe tot.

Fakt ist auch, dass beide Kater Nachfahren des edlen und einzigartigen Katers "Paganini" sind, dem Gründer unserer Seiten. (Auch wenn es sich um Stammbäume der Spezies der Berliner Hinterhof-Katzen handelt, die durchaus kompliziert nachzuweisen sind)!

"Blut ist dicker als Tunke!"
Und
"Blut ist dicker als Tinte!"

Das war eine der Redensarten von Stammvater Paganini, dem Kater.

Petit Pati und Bon Boncuk schaukeln das Schiff der Redaktion in Zukunft gemeinsam
und Seite an Seite, durch gute und schlechte Zeiten. Immer dabei, natürlich wie gehabt die Redakteurin.

Wir sind eine moderne, offene, vorwärts gewandte Redaktion und schämen uns in keinster Weise der (eventuell auf uns zu kommenden) Schwulitäten.

Erheben Sie Ihr Glas und stoßen Sie mit uns auf den eifrigsten Praktikanten an, den eine Redaktion haben kann:

Zum Wohl!
"Petit Pati" und "Bon Boncuk" @Paganini´s



 
 
Paganini, der Kater, aus dem Nirwana:
 
Der Niedergang der Redaktion ist längst beschlossene Sache.
Endlich hat das Elend zwei Namen erhalten.
Hugh, ich habe miaut!
 


Donnerstag, 1. November 2018

Vom Makro im Mikrokosmos:

"In den Gängen" von Clemens Meyer und Thomas Stuber


In den Gängen: Sie sehen von oben aus, wie die Gänge eines klar konzipierten Labyrinths. Nur Eingeweihte kennen sich hier aus. Von oben ist die Ordnung sichtbar. Jeder Gang führt zu einem anderen Gang. So entstehen die Gänge.

Gänge sind das, weil nur Gänge durch meterhohe Mauern zu Gängen werden.
Wege kann man kreuz und quer betreten, doch in einem Gang herrscht der Zwang einer Richtung und der Zwang einer Begrenzung. Ohne Grenze kein Gang und ohne Mauer keine Grenze. Und ohne Mauer und ohne Grenze keine Ordnung.

Nur das Querfeldein, das manch einer Freiheit nennt. Das den Wegen entspricht. Die frei zu gehen wählbar sind. Nicht so der Gang. Aus den Gängen, eingepfercht (strukturiert) zwischen hohen Mauern, werden mehrere Gänge, die wiederum durch beschriftete Schilder ihren Wert bekommen. Ein Labyrinth wie ein Monopoly-Spiel:
Hier ist die „Tiefkühlware“. Da ist der „Drogerieartikel“. Da sind die „Getränke“. Und dort sind die „Süßwaren“.
Von oben ist die Ordnung klar einsehbar.

In den Gängen geht alles seinen gewohnten Gang. Wenn man zu den Eingeweihten der Gänge gehört. Wenn man seine Befugnis kennt. Wenn man seinen blauen Kittel trägt und wenn der blaue Kittel markiert ist. Wenn da ein Name steht und wenn neben dem Namen die Funktion des Namensträgers steht. Dann hat Alles seinen Platz. Dann kehrt Ruhe ein.
Nun kann die Kamera den Vogelblick beenden, von oben herunterzurren und in den Gängen einen vorgezeichneten Weg nehmen. Dann darf sie zuschauen, dem exotischen Schauspiel beiwohnen, das darin besteht, dass die Gabelstapler Walzer tanzen:

1,2,3 und 1,2,3, uuund noch ein-mal 1, 2, 3! Der Tanz, der die vorgegebene Ordnung zur Freude erhebt, hier kommt Spielfreude auf, mitsamt dem Risiko, sich gegenseitig unter misslichen Umständen auf die Füße zu treten. 1,2,3,4 hoppala, 1,2,3, und 1,2,3, und hoppala und 1,2,3,4,5, pardauz.

Den Gabelstaplerführerschein muss der Tänzer, der ein Eingeweihter der Gänge ist, ebenfalls an seinem Revers - wie einen Orden - befestigt haben.

Chaos ist nicht Freiheit. Chaos führt zur bodenlosen Verunsicherung. Aus Chaos wird keine neue Ordnung. Aus Chaos wird Haltlosigkeit. Und Haltlosigkeit ist ein Synonym für „Keine Heimat haben“.

Das Zuhause, das sind die Gänge!
Zumindest für Christian, Marion und Bruno. Und ungefähr so, wie beschrieben, schildert das Clemens Meyer und so zeigt das Thomas Stuber. Und so kann der Lesende und der Zuschauende auf einmal an sich selbst erfahren, was es bedeutet, in den Gängen seine Heimat zu haben.
Und sonst nirgendwo!

Film und Buch führen gleichermaßen mitten hinein: In die Gänge. Und wie sie das tun, ist atemberaubend, neuartig, kompromisslos und dennoch unspektakulär. Und so können im Film dann die Schauspieler zeigen, wie sie das Schweigen mit Seele füllen und die neonbeleuchteten, kalten Gänge mit Sehnsucht.

Das Seufzen des Gabelstaplers. Wie die Welle, aus dem das Mehr aus Meer besteht.
Ganz am Ende ist das zu hören. Da weiß man um das gnadenlose Schicksal der Protagonisten, kennt das Unentrinnbare in ihrem Tun.

Da erinnert sich der Leser/der Zuschauer an das Schnappen der zum Tode verurteilten Karpfen im Becken des Ganges "Frischer Fisch".

Und hofft.





WIKIPEDIA: IN DEN GÄNGEN---->

P.S. In diesem Post steht eindeutig das DREHBUCH von Meyer/Stuber im Vordergrund. Die Kurzgeschichte, die Allem voran geht, steht letztlich an letzter Stelle der Begeisterung. Aber immerhin, sie ist der Anstoß gewesen. Zu dem Weiteren. Diesem filmischen Wunder.