Der wunderbare Buchanfang: XXXIII. Teil

"Ein Buch, das nicht mit einem Paukenschlag anfängt, lese ich nicht!"
(Zitat von Paganini, dem Kater)

Die Paganini´s-Redaktion will sich dieser Polemik nicht zu Hundert Prozent anschließen.
Und doch bleibt es unbestreitbar: Die Verführungskraft der ersten Zeilen eines Buches entscheidet sehr wohl darüber, ob wir es tatsächlich zu Ende lesen, oder frühzeitig zur Seite legen.
Deshalb in loser Folge bei Paganini´s:
"Der wunderbare Buchanfang!"
Heute ein Buch, welches das Große ins Kleine packt.                      
                     "Gelati! Gelati!" von Martin Lechner und Tobias Premper

Im Streichelzoo
Die Hufe sanken in den Sand. Aber das Pferdchen rührte sich nicht. Bloß die Mähne flatterte im Wind. Schon versanken auch die Beine und der Bauch. Und bald sah nur der Kopf noch aus der Erde. (...)

Bon Boncuk, der Kater, präsentiert "Gelati, Gelati"


So beginnt "Gelati, Gelati". Und es endet nicht wesentlich optimistischer und nicht weniger rätselvoll mit "Der Tag" und dem märchenhaft-dunklen Ruf: "Kuwitt! Kuwitt! Kuwitt!"

Diese Miniaturen scheinen allesamt aus einem Niemandsland kommend und in ein Niemandsland hinein führend. Und gerade deshalb sind sie so schön, so sehr dem Leben (in seiner Rätselhaftigkeit) verwandt und ohne Schrecken, auch wenn sie (teilweise) im wahrsten Sinne schrecklich sind. 
"Mit einer merkwürdig heiteren Erwartung, mit einer fast fröhlichen Gier habe ich lesend dem nächsten Hinscheiden entgegengesehen..." schreibt Georg Klein in seinem (wunderbaren) Nachwort 
Wir haben das (als Leser) auch getan. Wir hofften indes,  Lechner/Premper würden auf mehr verweisen.
"... mit jedem Meter, den ich weiter auf den Grund zu sank, sah ich den immer heller strahlenden Mond".
Nein, wir wurden nicht enttäuscht.
Ein großes, literarisches Ereignis. En Miniature!



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