Paganini´s...

Motto von Paganini, dem Kater:
"Es lebe die totale Subjektivität des Feuilleton!"

Redaktion: www.paganinisberlin.de

Wegen anderer Projekte kann das Blog zur Zeit leider nur unregelmäßig "bespielt" werden!

Donnerstag, 22. Februar 2018

Der wunderbare Helmut Berger hinter Gittern...

...und ab in die Freiheit, mit "Liberte" von Albert Serra...?





Helmut Berger Foto: Rene Fietzek


Was für ein schöner Blog-Post hätte das werden können. Helmut Berger in unserer Stadt! 
Die Paganini´s mittenmang. Mittendrin im Premieren-Gewusel von „Liberte“!
Und Helmut Berger zuvor bei „Wasser und Kaffee“.
Und nicht mit „Käsekuchen“ zum Interview überredet.
Und deshalb eigentlich kaum Eines bis ganz wenige Interviews gebend.
Aber Helmut Berger eben.


Und Käsekuchen und Interviews, unter uns, natürlich eh für die Katz.
Wie jedes Interview mit diesem Mann. Der sich nicht „mausen“ lässt.
Und manches Mal (fast) „verkaufen“ musste.
Wie schön haben wir uns das gedacht, Helmut Berger endlich, endlich wieder in einem passenden Rahmen (-einem Leben-einem Boden-einer Landschaft-) zu betrachten, wie sie ihm irgendwann (nicht nur) durch Visconti Heimat wurde.
Ein Ausnahme-Mann, fast zu schön, um als „Ausnahme-Schauspieler“ Würdigung zu finden.
Ein Dorian Gray, ohne Frage, kein Oscar Wilde.
Aber Einer, der bei aller Ent-Würdigung durch Andere, nach dem „Untergang“ seines Umfelds, die Würde hielt, indem er die Mätzchen bediente, mit Alkohol auch, ja, ohne das Ganze ernst zu nehmen!
Einer, der sich nicht beschwerte, obwohl das Drama nicht (nur) im Innen lag, sondern in der unfassbaren Seichtigkeit (und Schadenfreude vielleicht) der nachwachsenden Umwelt.
.
Mit Visconti wollte auch Er gehen, mit dieser Welt des „Stil-as-Stil-can“, der Dekadenz eines vergangenen Europas, das Visconti in berauschenden Bildern verewigte und seiner „Tod in Venedig“- Morbidität, nach der ein Anderer (allein gelassen) verloren sein muss.
Helmut Berger als gestürzter Prinz, in einer Medien-Welt der demokratischen Quoten-Herrlichkeit!
In dieses „Danach“ passte er nicht.

Das künstlerisch ebenbürtige  "neue deutsche Kino" des Rainer Werner Fassbinders war zu „roh“, zu sehr an einer Ästhetik des „Hässlichen“ interessiert, um neue Zuflucht werden zu können.
Und dann irgendwann „ab ins Dschungel-Camp“. Helmut Berger ohne Welt!
Keine Lebensgrundlage weit und breit. Kein Requiem, keine Fortsetzung, keine Erneuerung!

Nichts, außer: Kohle durch irgendeine mögliche Quote!
Das erzählt wenig über Helmut Berger. Aber viel über unser Heute.
Worauf wir, die Paganini´s, hinaus wollen? 
Unser schöner Blog-Post wurde versaut. Einfach so, im Vorbeigehen durch die gute, alte Februar-Grippe. 
Und uns ist das eigentlich ganz und völlig egal. 
Hauptsache nur, dass dieser Mann in „Liberte“ das zeigen darf, ohne Verrat, wofür er steht. 
Die Paganini´s werden bis jetzt nicht recht warm mit Dercon und nicht mit der neuen Volksbühne. Wir sehnen uns nach der -in nix- politisch-korrekten, verrauchten, straps-beladenen und trunkenen „Echtheit“ des Castorf-Theaters. 
Wenn Helmut Berger durch diesen Abend von Albert Serra - ganz wurst, ob als Name-Dropping missbraucht oder in aller Ehrfurcht geplant - eine neue, würdige „Aktions-Grundlage“ erhält, dann liegt vielleicht zumindest darin ein tiefer liegender Sinn für den schmerzhaften Intendanten-Wechsel des Hauses.

In diesem Sinn: Viel Glück für diese Produktion der Volksbühne Berlin!

 






 
Paganini, der Kater, in der (verschnupften) Redaktionskonferenz:

Theater ist manchmal der letzte "Partisan" und ein andermal der "National-Park", der dem letzten, bekannten Exemplar einer ausgestorbenen Spezies z.B. der Säbelzahn-Tiger, ein Obdach gibt!
 

Wegen diverser Projekte, Pause der Redaktion bis Ende April!
Good Luck und auf Wiedersehen!

 
P.S. Uns ereilten Hilfe-Rufe, was es mit der Käsekuchen-Metaphorik auf sich habe. Nichts!
Wir beziehen uns auf das einzige Interview von H. B. im Umfeld dieser Inszenierung in der ---> Zeit

P.P.S. Angesichts des (nie zuvor in Berliner Feuilletons gelesenen) Kritiker-Gewitters nach der Premiere von "Liberte", danken wir allen verfügbaren Göttern für diese eine, Premieren-verhindernde Grippe! Das nennt man wohl "Glück im Unglück"!

Wieder was gelernt, liebes Leben...

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