Paganini´s...

Motto von Paganini, dem Kater:
"Es lebe die totale Subjektivität des Feuilleton!"

Redaktion: www.paganinisberlin.de

Wegen anderer Projekte kann das Blog zur Zeit leider nur unregelmäßig "bespielt" werden!

Samstag, 25. Juli 2015

Der wundersame "GEHORSAM"...

...Oder?


Eine Installation in 15 Räumen von 
Saskia Boddeke & Peter Greenaway!



Wann
22. Mai - 13. September 2015
Wo
Altbau 1. OG, Jüdisches Museum Berlin

Der Mord am Sohn aus Gehorsam, ein starkes Bibel-Stück, Gott oder Vaterliebe, Gehorsam oder Aufbegehren....!


Aus dem Pressetext:
"Der britische Filmemacher Peter Greenaway und die Multimedia-Künstlerin Saskia Boddeke begreifen die Opferung Isaaks als menschliches Drama. 
Was ist stärker: das Gebot Gottes oder die Liebe des Vaters? 
Und wie verortet sich das moderne Subjekt im Spannungsfeld von Gehorsam und Vertrauen?"

P.S. Nicht zu vergessen: Der Befehl des "Opfers" kommt von Gott, also KEINER paritätischen, menschlichen Gemütsregung nahe stehend, wie es die "Vaterliebe" ist...!


Tolles Thema!

(In Kürze mehr dazu!)

 

Hier zur Erinnerung der Bibel-Text:
DAS ERSTE BUCH MOSE (GENESIS)
Abrahams Versuchung. Bestätigung der Verheißung
221Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. 
2Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde.
3Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte. 
4Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von ferne 
5und sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel. Ich und der Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen.
6Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer in seine Hand; und gingen die beiden miteinander. 
7Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? 
8Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beiden miteinander.
9Und als sie an die Stätte kamen, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham dort einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz 
10und reckte seine Hand aus und fasste das Messer, dass er seinen Sohn schlachtete.
11Da rief ihn der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. 
12Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen.
13Da hob Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter sich in der Hecke mit seinen Hörnern hängen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes statt. 
14Und Abraham nannte die Stätte »Der HERR sieht«. Daher man noch heute sagt: Auf dem Berge, da der HERR sieht...


Mittwoch, 15. Juli 2015

Die wunderbare Film-Empfehlung! No. I

Manchmal hätte man einen Film nie kennen gelernt...


...wenn ihn Einem nicht Einer empfohlen hätte.

Und manch eine Empfehlung ist einfach nur zu Einem gekommen, damit man sie weiter gibt.
Weil der Film das verdient hat. Und weil er gut ist. Und weil er stark ist. Und dicht.
Und....!

Voila!
Die wunderbare Filmempfehlung, Hier und Heute:

Tears of April - Die Unbeugsame, Regie: Aku Louhimies





Wir wissen nicht, weshalb der Film so wenig Aufsehen erregt hat. Zumindest hier in Deutschland.
Wir wissen auch nicht, wie die zum Teil sehr lauen Kritiken entstehen konnten.

Wir haben mit Tears of April ein einzigartiges Stück Kino kennen gelernt.
Einen Film immerhin, der in nicht eine Schublade, geschweige denn mehrere, hineinpassen kann.

Kein Antikriegsfilm und doch. Nur eben anders. Anders als alle anderen Antikriegsfilme.
Denn: Ohne Gut und ohne Böse! Ohne Moral. Doch mit Ethik!

Kein Liebesfilm. Und doch. Ein Film, um eine der bedingungslosesten Lieben der Filmgeschichte.
Eine Unbeugsame. Und ein Unbeugsamer. Jeder auf seine Art.
Eingesperrt in die Koordinaten, aus denen Kriegsgeschehen bestehen, verteidigen sie Ihre Freiheit.
Die Freiheit, die gemeint ist, wenn es darum geht, sich selbst treu zu bleiben.
Mit allen Mitteln.  Auch mit sehr fragwürdigen Mitteln.

Ein Film über das Menschsein. Ein Film über die Möglichkeiten des Menschseins.
Der abgestumpfte Mob. Plündernd, mordend, folternd und vergewaltigend.
Den Trieben dumpf gehorchend. Das ist die MenschenMasse. Der Hintergrund, aus dem 3 Personen heraus, ihre Individualität in Bewusstheit und freier Wahl zu erkämpfen suchen.

2 Unbeugsame und ein Schöngeist, der ein Hässlicher werden wollte.
Gäbe es Diesen nicht (und seinen Neid auf das Schöngebliebene!) käme es nicht zu
Tears of April!

Auf in die Videothek und Ausleihen.
Oder streamen!
 

"Ein finnischer Kim-Ki-Duk. Nicht so brachial. Aber genau so absolut!"
Paganini, der Kater! 

"Käsky  basiert auf einem Roman von Leena Lander, der in Deutschland auch unter dem Titel „Die Unbeugsame“ erschienen ist. Aku Louhimies’ Verfilmung ist gediegenes Erzählkino, in bildschönen Tableaus der finnischen Landschaft gefilmt, das sich aber irgendwann in seiner Beziehungsgeschichte verliert und so seine Möglichkeiten selbst verschenkt."
 "Aku Louhimies hat in seiner Heimat Finnland eine steile Regiekarriere hingelegt, die hierzulande bestenfalls auf DVD wahrgenommen werden konnte, wie etwa sein düsteres Arthausdrama "Frozen Land". Nun widmet sich der wandlungsfähige Filmemacher den Geburtswehen seiner Nation, die Ende des Ersten Weltkriegs von Russland unabhängig wurde. Ideologien spielen dabei keine Rolle, (der Verlust von) Menschlichkeit um so mehr: Als die konservativen Weißen die roten Revolutionäre im Süden angreifen und vernichtend schlagen, können die Verlierer nicht auf Gnade hoffen: sie werden geschändet, gefoltert und massakriert."
"Wir schreiben das Jahr 1918: Finnland befindet sich im Bürgerkrieg. Die erst kürzlich erlangte Unabhängigkeit von Russland muss mit Waffen verteidigt werden, ein Kampf, der das Land in zwei Lager spaltet – in „Rote“ und „Weiße“. Miina Malin (Pihla Viitala) kämpft mit einer Frauenmiliz für die Russen, der junge Soldat Aaro (Samuli Vauroma) marschiert hingegen auf finnischer Seite. Als die Rotgardistinnen um Miina den Finnen in die Hände fallen, muss Aaro hilflos mit ansehen, wie die Frauen erst vergewaltigt und dann ohne Prozess exekutiert werden. Nur Miina überlebt."
"Mit epischer Wucht inszenierte Regisseur Aku Louhimies sein neustes Werk TEARS OF APRIL. Eingebettet in die zauberhafte Landschaft der finnischen Westküste erzählt er die Geschichte einer bedingungslosen Liebe und von eindringlichen Momenten der Menschlichkeit."