Paganini´s...

Motto von Paganini, dem Kater:
"Es lebe die totale Subjektivität des Feuilleton!"

Redaktion: www.paganinisberlin.de

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Montag, 15. Juni 2020

Die wunderbare Lockerung...

…(der Sitten)...





Oh, wie war das schön! 

In den Zeiten von LOCKDOWN, lang ist es her, ganze 2 Wochen oder Monate, Jahre oder Tage, da kam uns die Welt (erstmalig?) so kostbar vor. 

Die Luft, die wir atmeten, war kostbar. Das Treffen mit (dem) Anderen war kostbar. Die Distanz zu (dem) Anderen war kostbar und die intime Nähe - ein wahrhaftes Gut. 

Wir freuten uns leise, über das (plötzlich) sittsame und angesagte Anstehen in einer wartenden Reihe aus weiteren achtsamen Seelen, sei es vor dem Buchladen um die Ecke oder ganz profan im Supermarkt. 
Es roch nach EINFACHHEIT.

Wir kochten auf einmal Ungewohntes (voll Wonne!) mit LEBENSMITTELN aus der Region und wir sorgten für uns, behutsam, um keinen Schaden durch Isolation und Existenz-Angst zu nehmen.
 
Wir sorgten uns und sorgten vor, nicht zuletzt, indem wir uns an der SORGE beteiligten und labten, die Alle mit Allen verband. 
SORGE kann auch schön sein. 

Wir jedenfalls bekamen Nahrung.
 
Nicht zuletzt, weil  ein Musiker allabendlich DANKE sagte und sich SCHENKTE und uns mit seinem (mittlerweise sicher legendären) Hauskonzert direkt in den eigenen 4 Wänden beehrte. Abend für Abend. Und so wurde das, diese Abendmusik, zu einer neuen Selbstverständlichkeit.

Steinmeier hat sich dann wiederum -im Namen von (uns) Allen- bei Igor Levit bedankt und plötzlich war das gesamte Twitter-Völkchen in Bellevue zu Gast. Uijui. Unvergessen.

Tja, der Lockdown kreierte Sternstunden so mancher Leben (vielleicht)!

Die (Berliner) Theater hielten stoisch mit dem Stream gegen "Live-Show on Air via Twitter"
Kontrovers diskutierte Mitschnitte im Gepäck, bewiesen sie mit Grandezza ihre Existenz!

(Apropos EXISTENZ: Existenzberechtigung durch Systemrelevanz ist auch so eine Sache, über die sicher noch eine Weile nachzudenken lohnt. Wer will nicht nach diesem LOCKDOWN zu den Systemrelevanten gehören. Was aber tun, wenn einem Systemrelevanz nicht zusteht und nie zustehen wird. Wenn da Einer durch alle Rillen und Ritzen des SYSTEMS fällt. Dann fällt das ja doch plötzlich ganz schmerzhaft ins Auge. Autsch. Und so. Ach, herrjeh!)

Jedenfalls zurück zur Botschaft der streamenden THEATER:
"Das Konservierte  ersetzt nicht den RAUM, in den das Theater und seine Zuschauer gehört". 
Aber es erinnerte mit seinen Videos eben durchaus an manche "Kunsterfahrung mit Bumms" und gab jede Menge Ein-Blicke, Aus-Blicke und Rück-Blicke... 

Huhuhu…!
Auch die (von uns ehemals abgöttisch geliebte)  "Baracke" des DT blitzte durch 2 aufgezeichnete Ostermeier-Inszenierungen ins Heute und sorgte in der Paganini´s-Redaktion für große Gefühle aus Nostalgie:
Damals, hinterm Mond...!

Zeit also, Abschied zu nehmen. Jetzt, hier und nun. 
Abschied vom großen Lockdown, weil dem eine große Lockerung folgt.
 
Die Frage ist nur:
Ist das ein Abschied vom LOCKDOWN oder der Abschied von WERT und GEWINN des LOCKDOWNS?

Fein wäre es, wenn die Achtsamkeit und Aufmerksamkeit im Miteinander, die Dankbarkeit für bisherige "Selbstverständlichkeiten" und die Freude über "nicht selbstverständliche Freuden" in die, das altgewohnte weitgehend "kopierende" Lockerung, mit hinein genommen würden. 

So könnten WIR(?) für die Pandemie einen Sinn generieren.

Der Blick aus dem Fenster und der Gang durch die City verweisen allerdings eher auf eine NORMALITÄT, der die Paganini´s so eigentlich gar nicht mehr begegnen wollten:

DAS BRATHENDL DARF WIEDER (ENG AN ENG) GEGRILLT UND GEFRESSEN WERDEN!!!


Darauf ein verzweifelt "MIAU"...
 
 

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